Lorenz Potocnik

© honorarfrei/Neos

Chronik Oberösterreich
04/23/2021

Nach Neos-Ausschluß tritt Potocnik mit eigener Liste an

Neue Liste für die Linzer Gemeinderatswahl am 26. September

Der ehemalige Linzer Fraktionsobmann der NEOS, Lorenz Potocnik, will nach seinem Parteiausschluss mit einer eigenen Liste bei der Gemeinderatswahl im Herbst kandidieren. Er hat fünf Mitstreiter aus Bürgerinitiativen um sich geschart. Man wolle „eine starke und unbestechliche Opposition“ sein, inhaltlich soll der Fokus auf der „Korrektur der völlig aus dem Ruder gelaufene Stadtplanung“ - Stichwort Hochhäuser - liegen.

Mitglieder von Bürgerinitiativen

Mit an Bord sind demnach Renate Ortner und Christian Trübenbach von der Gruppe „Grüngürtel schützen, Jetzt“, Renate Pühringer (früher SPÖ), Brita Piovesan („Tabakfabrik, wir reden mit“) und Matthias Zangerl („Rettet den Andreas-Hofer-Park“). Es würden noch weitere Namen hinzukommen, kündigte Potocnik an, bis Ende Mai wolle er alles in trockenen Tüchern haben. Der Name der Liste ist noch offen, Wahlziel sei ein „solider Einzug in den Gemeinderat“.
Anlass für den Ausschluss Potocniks bei den NEOS war ein interner Prüfbericht zum Finanzgebaren der Linzer Pinken gewesen.

Vorwürfe im Umgang mit öffentlichen Geldern

Einige Sachverhalte darin seien „geeignet, das Ansehen der Partei zu schädigen“, fanden Landes- und Bundespartei. Laut Potocnik blieb aber von den Vorwürfen nur eine Rechnung über 36,99 Euro übrig, die sich nicht mehr zuordnen lasse. NEOS-Landessprecher Felix Eypeltauer betonte allerdings, es sei um 2.200 Euro aus der Fraktionsförderung gegangen, die Potocnik hinter dem Rücken der Fraktionskollegen - „auch von mir“ - für die Begleichung privater Mietschulden verwendet habe, nicht um „Ungenauigkeiten“, die jedem passieren könnten.
Als Konkurrenz für die Linzer NEOS sieht er Potocnik nicht, denn dieser fahre zunehmend einen „Wutbürger-Stil“, „wer NEOS will, wird NEOS wählen, wer Wutbürger will, ihn“, sieht er wenig Überschneidungen. Die Linzer NEOS-Liste soll - wie auch die anderen pinken Listen für die Gemeinderatswahl - bei der Mitgliederversammlung am 28. Mai beschlossen werden.

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