Fokussieren im Finale: Nach den Olympischen Spielen im August beendet Lisa Ecker ihre Karriere

© /FiG/Minkus

Porträt
05/01/2016

Mit Riesensprüngen in Richtung Rio

Die 23-jährige Linzerin Lisa Ecker ist Österreichs beste Kunstturnerin und bei den Olympischen Spielen dabei.

von Claudia Stelzel-Pröll

Ballett, Akrobat, Artistik, Beweglichkeit, Kraft – und volle Konzentration. Was Lisa Ecker an "ihrem" Sport mag, ist die Abwechslung. Vor kurzem absolvierte sie einen grandiosen Testlauf in Rio, am 7. August darf sie als einzige Kunstturnerin für Österreich bei den Olympischen Spielen in Brasilien starten.

"Bis dahin gebe ich alles", sagt die fröhliche Sportlerin. Und wenn sie alles sagt, meint sie auch alles. Das bedeutet täglich stundenlanges Training, Fokus auf Choreografien, immer Ernährung und gesunde Lebensweise im Blick haben. Verletzungen werden weggesteckt. Als sich Ecker im März am Fuß verletzte, konnten sich die Ärzte den Gips sparen, denn damit wäre das Training für die Qualifikation ausgefallen.

Bewegung, bitte!

Seit ihrem achten Lebensjahr ist Lisa Ecker Leistungssportlerin, aufgefallen ist sie aber schon viel früher: "Im Kindergarten hab ich mir selber den Spagat beigebracht und die anderen Kinder zu waghalsigen Aktionen angestiftet. Da meinte die Kindergärtnerin, dass ich Bewegung brauche und hat mich zum Turnen geschickt." Seit 16 Jahren ist ihr Heimatverein der ASKÖ Kleinmünchen, trainiert wird im neuen TGW-Turnleistungszentrum am Linzer Winterhafen.

Sprung, Barren, Balken und Boden sind die vier Kategorien beim Kunstturnen. Trotz Erfahrung sind Wettkämpfe für Lisa Ecker noch immer herausfordernd: "Ich stehe nicht gerne im Mittelpunkt. Aber wenn ich beim Start meine Hand hebe, bin ich nur noch bei mir."

Leben kann Lisa Ecker, trotz ihrer Erfolge, vom Sport nicht. Auch jetzt, so kurz vor ihrer Teilnahme an den Olympischen Spielen, finden sich kaum Sponsoren: "Echt schade, dass Kunstturnen so wenig bekannt ist. Vielleicht liegt es an der schwierigen Punktevergabe, aber sicher weiß ich das nicht", sagt die 23-Jährige. Deswegen macht sie die Ausbildung zur Masseurin und befindet sich aktuell im Aufnahmeverfahren für die FH für Physiotherapie.

Denn nach dem 7. August ist endgültig Schluss mit dem Leistungssport: "Es ist genug. Ich merke, dass es körperlich echt anstrengend wird. Außerdem möchte ich endlich Geld verdienen."

Mit ihrer Liebe zum Sport ist Lisa Ecker nicht allein. "Meine Eltern haben schon an Marathons und Iron-Man-Bewerben teilgenommen, meine Schwester macht Leichtathletik. Wir sind eine aktive Familie." Und nicht zu vergessen Lisa Eckers Freund, Lukas Kranzlmüller. Der Kunstturner und Polizeischüler schaffte es zwar nicht, sein Ticket für Olympia zu lösen, zählt aber trotzdem zu Österreichs Turner-Elite. "Wir reden daheim nicht nur über Sport, aber es ist schon so, dass wir sehr genau verstehen, wie es dem anderen gerade geht."

Jetzt heißt es also: Volle Kraft voraus in Richtung Rio.

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