Chronik | Oberösterreich
16.09.2018

Mehr als 200.000 Besucher

Höhepunkte. Trotz Überschneidung brachten Ars Electronica, Brucknerfest und Klangwolke Besucherrekorde

Es war ein Kulturwochenende der Superlative, das an seine Ursprünge erinnerte. 110.000 Menschen kamen vor einer Woche in den Linzer Donaupark, um die visualisierte Klangwolke zu erleben. Mehr als 105.000 Besucher wurden beim Ars Electronica Festival gezählt. Der Sonntag stand im Zeichen der Brucknerfesteröffnung mit Festredner Daniel Kehlmann. Die Frage stellt sich, ob man nicht eine Veranstaltung ein Wochenende später anbieten sollte.

„Es ist gut, stark aufzuzeigen“, meint Ars-Electronica-Chef Gerfried Stocker. Man habe mehr Leute nach Linz gebracht, ohne sich gegenseitig das Publikum wegzunehmen. „Linz ist ein Kulturmagnet. Das Dreieck von Tradition, Moderne und der Klangwolke ist einzigartig“, sagt er dem KURIER. Es sei eine Chance für Linz, mit einem so bedeutenden Programm aufzuzeigen und die bestmögliche Wirkung zu erreichen.

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Visualisierte Klangwolke

Das katalanische Kollektiv „La Fura dels Baus“ machte die visualisierte Klangwolke mit „Pax: Tradition = Revolution“ zur Show

Bruckner Orchester in der Postcity

Die Konzertnacht in der Gleishalle der Postcity war ein Highlight des Ars Electronica Festivals

Geballte Terminlage

Für Kulturstadträtin Doris Lang-Mayerhofer hat „trotz geballter Terminlage alles gut gepasst“. Ob es langfristig Verbesserungsbedarf gebe, müsse man erst evaluieren.

„Die Zusammenlegung hat sich hoch bewährt“, meint auch der Linzer Bürgermeister Klaus Luger. „Die Konzentration hat zu den guten Besucherzahlen beigetragen“, sagt er. Mit dem Wein- und Kunstfest Ende August sei ein anderes Format in der Stadt gewesen, das sich bisher terminlich überschnitten habe. „Das Wein- und Kunstfest, das Brucknerfest und das Ars Electronica Festival sind drei Blockbuster, die von der internationalen Presse goutiert wurden.“

Der künstlerische Vorstandsdirektor der LIVA, Dietmar Kerschbaum, sagt: „Wir sind auf dem richtigen Weg und werden in Zukunft die digitale und die Musikwelt mehr zusammen denken.“

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Dietmar Kerschbaum

„Wir werden in Zukunft die digitale und die Musikwelt mehr zusammen denken.“

Gerfried Stocker

„Das Dreieck von Tradition, Moderne und Klangwolke ist einzigartig.“

Neben der zeitlichen Überschneidung ist die mangelnde Teilnahme der einheimischen Bevölkerung ein Problem. Kulturstadträtin Lang-Mayerhofer hat im KURIER-Interview vom 9. September diese Frage gestellt: „Ich frage mich, warum unsere eigenen Leute das Festival so wenig nützen?“ Man wolle in Zukunft verstärkt regionales Publikum ansprechen. Es werde von manchen Menschen aus der Region zu sehr als reines Kunstfestival eingestuft.

Eine „etwas andere Sicht“ hat Luger in dieser Sache. „Ich finde, dass sehr viel Regionalität vorhanden ist.“ Aber das Ars Electronica Festival sei ein explizit internationales Format. „Jede Initiative, die Regionalität zu erhöhen, ist willkommen. Aber ich bin mit dem zufrieden, wie es ist“, sagt er.

Laut Stocker hat am Wochenende ein Blick in die Postcity genügt. Die Konzertnacht sei zur Hälfte von regionalem Publikum besucht worden und die Jugend vom U19-Festival komme stark aus der Region. „Nichtsdestotrotz können wir mehr tun“, sagt er. Kerschbaum sieht einen Bildungsauftrag darin, den Menschen in Oberösterreich zu zeigen, dass die Kultur ein positiver Weitblick ist. Das erste Ars Electronica Festival 1979 wurde bereits im Rahmen des Brucknerfestes mit der ersten Linzer Klangwolke eröffnet. Heuer ist man in moderner Form zu diesen Ursprüngen zurück gekehrt.