Glücksschweine aus Marzipan schauen nicht nur gut aus, sondern schmecken auch ausgezeichnet

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Chronik Oberösterreich
12/16/2018

Mandeln statt Marzipan

Mandeln zählt zu den Rosengewächen, halbieren das Herzinfarktrisiko und senken Cholesterin und den Blutdruck

Wie sieht es eigentlich mit Ihrer Standhaftigkeit aus? Gibt es etwas, wobei Sie nicht widerstehen können? Ich werde schwach bei Marzipan. Allein der Gedanke daran macht mich glücklich. Und so kann ich auch wirklich schwer – ehrlich gesagt eher gar nicht – daran vorbeigehen. Auf Weihnachtsmärkten kann ich völlig entspannt an Bratwürsten, Schaumrollen und Schokofrüchten vorbeischlendern, aber entdecke ich Marzipankartoffeln, ist es um mich geschehen.

Um mich selbst – und andere Marzipanaholics da draußen – zu beruhigen, habe ich recherchiert, um gesundheitliche Benefits durch Marzipankonsum zu finden. Ich muss uns alle enttäuschen. Marzipan besteht im allerbesten Fall je zur Hälfte aus Mandeln und Zucker. Je nach Qualität wird diese Rohmasse wiederum mit Zucker oder Zuckersirup weiterverarbeitet. Die Herkunft des Namens ist umstritten, wobei der Ursprung sich höchstwahrscheinlich im Orient findet, während die Lübecker behaupten, Erfinder des Marzipans zu sein. Sicher scheint die Tatsache zu sein, dass das Marzipan aufgrund seines feinen und außergewöhnlichen Geschmackes Königen und Hochadel vorbehalten war.

Auch heute noch gilt es als etwas Besonderes und passt deshalb hervorragend in die Weihnachtszeit. Gut so, Marzipan das ganze Jahr über wäre auch fatal, liefern einhundert Gramm doch sagenhafte 486 Kilokalorien! Wollen Sie den Geschmack dennoch häufiger genießen, gibt es ein paar „leichtere Varianten“. Ich kenne Kraftsportler, die ihren Eiweißshakes ein paar Tropfen Bittermandelöl hinzufügen, welches Sie in jedem Supermarkt finden. Natürlich können Sie auch einfach Mandeln pur essen. Denn diese besitzen sehr wohl der Gesundheit förderliche Inhaltsstoffe. Sie enthalten neben vielen ungesättigten Fettsäuren auch Kalium, Magnesium, B-Vitamine sowie Folsäure. Zusätzlich stellen sie eine gute pflanzliche Eiweißquelle dar, einhundert Gramm liefern immerhin 21,2 Gramm Protein. Deshalb werden sie bei sogenannten Low-Carb-Diäten auch gerne als Snack für zwischendurch empfohlen.

Mandeln werden häufig der Gruppe der Nüsse zugeordnet, sie sind aber die Samen des Mandelbaumes, der übrigens zu den Rosengewächsen gehört. Trotzdem werden sie der Einfachheit halber bei Ernährungsstudien in denselben Topf geworfen. In einer solchen konnte gezeigt werden, dass durch regelmäßigen Konsum von Mandeln das Herzinfarktrisiko halbiert und Cholesterin sowie Blutdruck gesenkt werden. Halten Sie sich also besser an das Original und greifen lieber nur selten zum verarbeiteten Produkt. Und wenn, dann ganz bescheiden zum kleinen Marzipandrilling anstatt zur riesigen Marzipan-Krumbirn.

Silke Kranz ist diplomierte Ernährungs- und Sportmedizinerin und Ärztin für Allgemeinmedizin in Bad Zell.

Silke Kranz ist diplomierte Ernährungs- und Sportmedizinerin und Ärztin für Allgemeinmedizin in Bad Zell
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