Linsenblütenmehl (li.) und Ahornblütenzucker (re.)

© Ursula Asamer

Kolumne
05/28/2021

Die Bäume schenken zahlreiche essbare Schätze

Gesundheit ist essbar. Von Ursula Asamer.

Der Mai bietet mit seinen frischen Austrieben eine willkommene Abwechslung auf unseren Tellern. Die Aussagen „eure Nahrung soll euer Heilmittel sein“ wird Hippokrates zugeschrieben. Gesundheit ist essbar und dabei spielen Baumschätze eine sehr große Rolle. Speiselaub ist leider in Vergessenheit geraten, aber wieder im Kommen. Die Möglichkeiten der kulinarischen Verwendung von Baumblättern, Blüten und Früchten oder Rinden sind vielfältig.

Ahornblütensirup

Ein Beispiel ist der Ahornblütensirup. Drei Handvoll Ahornblütendolden vom Spitzahorn, 700 g Rübenzucker 500 ml Wasser, 2 EL Rosenblütenzucker, Saft von zwei Biozitronen; Blütendolden von Verunreinigungen befreien und dicke Stiele abzwicken, in ein steriles Glas füllen. Wasser aufkochen und den Zucker vollständig darin auflösen. Zuckerlösung und Zitronensaft über die Blüten gießen, mit einem Mulltuch bedecken und für 48 Stunden im Kühlschrank ziehen lassen. Anschließend abseihen und noch einmal aufkochen, den Rosenblütenzucker zugeben und in kleine sterile Flaschen abfüllen. Dunkel gelagert hält dieser Sirup über mehrere Monate.

Fichtennadelbadesalz

Birkenblätter getrocknet und pulverisiert können als Salzersatz und Gewürz dienen. Rascheltrockene Lindenblätter fein vermahlen eignen sich als Streckmehl mit feinem Geschmack. Auch Nadelbäume tragen Laub, wenn auch in anderer Form. In Erkältungszeiten sehr beliebt ist nach Wald und ätherischen Ölen duftendes, terpenreiches Fichtennadelbadesalz. Dazu Fichtennadeln vom Frühjahr mit Natursalz grob vermahlen und trocknen. Aber bitte nie einen Endtrieb eines Astes oder gar Baumes dafür verwenden! Die schonende Entnahme darf nur dort, wo es vom Grundeigentümer erlaubt ist!

Bekannt ist auch seit Jahrhunderten das Mehl aus Kiefernnadeln, das als teilweises Austauschmehl bei Brotbackrezepten heute wieder gerne genutzt wird. Aber auch Baumfrüchte werden seit Jahrhunderten als Mehlstreckmittel verwendet. Der Klassiker unter den Baummehlen ist das Maronimehl aus den beliebten Edelkastanien. Glutenfrei und basenbildend eine ideale und außergewöhnliche Zugabe zu modernen schmackhaften Broten und Speisen.

Ursula Asamer ist Kräuterpädagogin und Natur- und Landschaftspflegerin

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