Ursula Asamer ist Kräuterpädagogin und Natur- und Landschaftspflegerin

© Mara Pilz

Kolumne
05/07/2021

Der Frauenmantel ist das Frauenkräuterl schlechthin

Liebe und Lust wachsen mit den steigenden Temperaturen. Auch die heimische Liebeskräuterwelt sprießt und gedeiht. Von Ursula Asamer.

Der Frauenmantel ist in der Volksheilkunde eine altbewährte Frauenheilpflanze, also das Frauenkräuterl schlechthin, und es gehört zu den wenigen Wildpflanzen, deren heilungsunterstützende Wirkung auch von der Schulmedizin anerkannt wird.

Gurgellösung

Der Absud des Frauenmantels wird auch  als Gurgellösung bei Halsschmerzen und Heiserkeit und als Wundkraut verwendet. Als Lustspender kommt die Wirkung des Frauenmantels der Weiblichkeit zugute, indem er  durch die adstringierende Wirkung das Unterleibsgewebe stärkt und kräftigt und – innerlich und äußerlich angewandt –  das Brustgewebe stärkt. Schon 1553 empfahl der Heidelberger Heilkundige Tabernaemontanus den „eusserlichen Gebrauch des Sinnaukrautes als Auflage bei langen hangenden Dutten“. Dass besagter Frauenmantel auch ein Männerkraut für die Lust ist, steht nur in wenigen Schriften. Als Genitaltonikum in Form von Sitzbädern im Absud des Lustkrautes äußerlich angewendet, festigt der Frauenmantel auch bei Männern das Beckenbodengewebe mit dem gesamten Urogenitalbereich und lässt dadurch die Intensität von  Muskelkontraktionen stärker werden.

Tropfen wie Perlen

Der Name Alchemilla wurde der Pflanze zuteil, da sie Guttationstropfen, die wie Wasserperlen aussehen, ausscheidet und diese wirkstoffangereicherte Flüssigkeit von Alchemisten bereits als heilkräftig beschrieben wurde. Der altdeutsche Name Sinnau, rührt ebenfalls von den Pflanzenwassertropfen her. Sinnau setzt sich aus „sinn“, was so viel wie immer bedeutet und „au“ für Wasser zusammen. Die deutsche Bezeichnung kommt von seinem Aussehen, das einem ausgebreiteten Mantel gleicht, der die Frauen schützt. Die meisten Arten des Frauenmantels sind echte Emanzen unter den Wildkrautpflanzen.

Keine Bestäubung

Sie benötigen für ihren Fortbestand weder eine Bestäubung durch Insekten, noch braucht die Pflanze eine Zweihäusigkeit. Vereinfacht erklärt – sie macht es sich selbst, die Samennüsschen zur Fortpflanzung entwickeln sich im Fruchtknoten und damit ist die Nachkommenschaft gesichert. Der Venusmantel liebt helle feuchte Wiesen und ist eine mehrjährige Pflanze. Das Kraut und die Blüten werden im Mai gesammelt.  Wenn die Taurose als Liebespflanze geerntet wird, bietet sich dazu die Zeit des zunehmenden Mondes an.

Ursula Asamer ist Kräuterpädagogin und  Natur- und Landschaftspflegerin

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