Josef Plöchl betreibt sein privates Postmuseum

Einmal Postmeister, immer Postmeister. Von Gerhard Marschall.
Josef Plöchl

Postmeister aus Leidenschaft sei er gewesen, sagt Josef Plöchl aus Hirschbach im Mühlkreis (Bez. Freistadt). Fast 42 Jahre lang hat er diesen Beruf ausgeübt, den Großteil davon in seinem Heimatort. 

Da war es fast logisch, dass er in der Pension bei sich daheim ein kleines, feines Postmuseum einrichtete. „Gesammelt habe ich meine ganze Dienstzeit“, erzählt Plöchl. Wie viele Exponate er zusammengetragen hat, wisse er bei bestem Willen nicht. Es sind jedenfalls viele, und sie dokumentieren ein Stück Postgeschichte. Plöchls liebstes Ausstellungsstück ist die Sonderpostmarke, die 1988 auf sein Betreiben hin zum 25. Geburtstag des Malers Franz von Zülow, eines Wahl-Hirschbachers, aufgelegt und zum Ersttag in seinem Postamt präsentiert wurde. „Zur damaligen Zeit war man am Postamt Mädchen für alles“, erzählt Plöchl. Vor allem ältere Menschen brauchten Unterstützung, wenn es darum ging, Bestellungen abzuschicken, ein Ansuchen zu schreiben, eine Kündigung zu verfassen. Später kam die Telefonie dazu.

Und der Sepp, wie er von allen genannt wird, half immer aus. Des Öfteren wurde Plöchl auch als Retter in der Not gesucht. So etwa, als einmal eine Frau ins Postamt stürmte: „Postmoasta, kannst an Dokta anrufn, da Mann is a d’Kreissag kemma!“ „Ich könnte ein Buch schreiben“, sagt Plöchl über seine vielfältigen Erlebnisse. Zum Schluss des Berufslebens zählte er zu den erfolgreichsten PSK-Beratern. Wie sehr der 75-jährige Mühlviertler mit „seinem“ einstigen Postamt verbunden ist, belegt auch das Kennzeichen auf seinem Opel: FR A 4242.

Kommentare