Ursula Asamer ist Kräuterpädagogin und Natur- und Landschaftspflegerin

© Mara Pilz

Glosse
10/09/2021

Jetzt ist es Zeit, Wurzeln zu ernten

Die Natur hält noch viele Schätze bereit. Von Ursula Asamer.

Wenn wir uns der dunklen, kalten Jahreszeit nähern, ist es Zeit, nach Wurzeln zu graben. Von Anfang bis Ende Oktober ist dazu die Gelegenheit. In den absteigenden Phasen des Mondes hin zum Winter ist Wurzelerntezeit. Natürlich ernten wir mit Maß und Ziel, um die Pflanzen nicht im Fortbestand zu schädigen. Die sommerlichen Kräfte und Inhaltsstoffe haben sich aus den Blättern in die Speicherorgane unter der Erde zurückgezogen und haben sich dort angereichert. Die Natur hält noch einmal viele Schätze bereit.

Schinkenwurzel

Die Wurzel der Nachtkerzen haben den alten Namen Schinkenwurzel. Die frischen hellen Wurzeln färben sich bei Bearbeitung und beim Kochen leicht rosa. Als Gemüse die geschälten Wurzeln in Scheiben schneiden und bissfest garen. Würzen nach Geschmack oder als Salat mit einem gefälligen Dressing anrichten. Nachtkerzenwurzeln lassen sich auch im Garten kultivieren. Löwenzahn- und Wegwartenwurzel haben im Herbst weniger Bitterstoffe. Wurzeln bei Selbsternte gut reinigen und schneiden, in der Pfanne oder im Backrohr anrösten und trocken zu Kaffee-Ersatz vermahlen. Hagebuttenkerne mitvermahlen geben ein natürliches Vanillearoma.Die getrocknete Wurzel der Nelkenwurz im Mörser zu Würzpulver pulverisiert, kann schon als Vorrat für die Glühwein- und Punschzeit vorbereitet werden. Ein Duft der sehr an Weihnachten erinnert.

Und das gibt es auch noch aus der Wurzelecke: Getrocknete geschnittene Seifenkrautwurzel ist im Fachkräuterhandel erhältlich. Sie ist auch als Heilmittel seit Jahrhunderten bekannt, es kann daraus aber auch ein Naturwaschmittel hergestellt werden. 50 g Seifenkrautwurzeln in ½ l Wasser für 20 Minuten sanft köcheln. Durch ein feines Sieb filtern und in die vorbereitete Glasflasche füllen. Das hellgrün gefärbte Waschmittel hat keine Färbekraft, eignet sich für Überkleidung und Jeans. Die angegebene Menge reicht für zwei bis drei Waschgänge und ist für eine Woche im Kühlschrank haltbar.

Klettenwurzelöl für die Haare

Selbst hergestelltes Klettenwurzelöl als Haarspitzen- und Kopfhautpflege kommt ohne Paraffin aus. Heimisches unraffiniertes Distelöl als Trägeröl pflegt zu Entzündungen neigende Haut. 1 EL getrocknete Klettenwurzel der Großen Klette (auch als Tee in Apotheken erhältlich) in 100 ml Distelöl ansetzen und für 28 Tage an einem dunklen Ort ausziehen. Täglich schütteln und auf Schimmel kontrollieren. Es müssen stets alle Teile vollständig mit Öl bedeckt sein. Dann abseihen und in dunklen Fläschchen kühl lagern. Das Öl kann auch als allgemeine Hautpflege für sehr trockene Papierhaut verwendet werden.

Ursula Asamer ist Kräuterpädagogin und Natur- und Landschaftspflegerin

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