Chronik | Oberösterreich
24.06.2018

Je größer die Bühne, umso stärker ist Ivona

Die gebürtige Welserin Ivona Dadic hat bei der Europa- meisterschaft in Berlin gute Chancen, in die Medaillenränge zu kommen.

„Natürlich wäre mein Wunsch, bei der Europameisterschaft in Berlin eine Medaille zu gewinnen. Sich darüber den Kopf zu zerbrechen bringt aber nicht viel, weil bei einem Großereignis ohnehin alles passieren kann.“

Die mehrfache Staatsmeisterin im Siebenkampf, Ivona Dadic, ist neben Lukas Weißhaidinger Österreichs größte Medaillenhoffnung in der Leichtathletik. Zurzeit feilt die gebürtige Welserin noch an ihrer Topform. „Verbessern möchte ich mich noch beim Hoch- und Weitsprung. Im August werde ich dann bestens in Schuss sein.“

Gut im Zeitplan

Laut Trainer Philipp Unfried sei Dadic in den meisten Disziplinen besser im Zeitplan, als erhofft. „Ivona wird in Österreich noch ein bis zwei Wettkämpfe absolvieren , darunter die Österreichische Staatsmeisterschaft.“ Ein Trainingslager im Ausland werde es nicht geben. „Wir haben in der Südstadt alles, was wir brauchen, um den Feinschliff vorzunehmen.“

Generell sei es egal, ob es im Damen-Mehrkampf Europameisterschaften oder Olympische Spiele gebe, denn die besten Mehrkämpferinnen kommen zurzeit aus Europa. Mit Dadic werden es in Berlin fünf Athletinnen sein, die sich die Medaillen untereinander ausmachen, meint die Welserin.

„Die ganz große Favoritin ist Olympiasiegerin Nafissatou Thiam aus Belgien. Sie wird schwer zu schlagen sein, aber es ist nicht unmöglich.“

Selbstbewußt

Die 24-jährige Modellathletin strotzt vor Selbstbewusstsein. „Für mich schließt sich die Lücke nach vorne immer mehr. Ich bin daher jetzt schon richtig heiß auf den EM-Siebenkampf und lasse mich von den starken Kontrahentinnen nicht beeindrucken.“ Dadic hat bereits dreimal Edelmetall gewonnen. Wenn es darauf ankommt, sei sie immer in Top-Form, so Trainer Unfried.

„Je größer die Bühne ist, desto besser präsentiert sich Ivona.“ Im Mehrkampf um die Medaillen mitzukämpfen sei bis Anfang dreißig möglich. „Ivona kann bis Olympia 2024 in Paris planen.“

Fünf Trainer

Um ihre Medaillenträume realisieren zu können, trainiert Dadic sechsmal die Woche, zweimal täglich. Pro Tag stehen bis zu zwei Disziplinen im Focus. Es kommt dann noch ein Kraft- und Lauftraining dazu. „Da ich auf fünf Trainer angewiesen bin, muss ich einen strikten Trainingsplan einhalten. Neben Haupttrainer Philipp Unfried werde ich von vier weiteren Spezialtrainern unterstützt.“ Die meisten Betreuer kommen aus Niederösterreich, deshalb trainiert Dadic vorwiegend in der Südstadt. „Außerdem habe ich hier eine bessere Infrastruktur und kann mich mit international erfolgreichen Athletinnen wie Beate Schrott messen.“

Groß und schnell

Laut Unfried habe Dadic die besten körperlichen Voraussetzungen für eine Mehrkämpferin, da sie alle Disziplinen gut beherrscht. „Ivona ist groß, schnell, kann springen und werfen. Mehrkämpfer müssen gleichzeitig schnellkräftig, spritzig, aber auch einen 800er-Lauf auf einem hohen Niveau laufen können.“ Eine wichtige Unterstützung bedeutet das Projekt Olympia. „Dieses Förderprogramm hat uns sehr viel gebracht“, meint Trainer Unfried.

Im letzten Jahrzehnt hätten sich die Fördersummen gut entwickelt. „Es hat vorher keine Projekte des Landes oder des Bundes gegeben, wo Fördersummen in dieser Höhe bezahlt wurden.“

Mehr Unterstützung

Das erleichtere die Finanzierung von Trainingslagern, die ärztliche Betreuung und Regeneration. „Da die Fördersummen erhöht wurden, sind österreichische Leichtathleten im internationalen Vergleich konkurrenzfähiger geworden.“ Dank dem Projekt Olympia können auch Trainingslager und bei Wettkämpfen anfallende Kosten finanziert werden, ergänzt Dadic. „Außerdem werden Physio- und Arztkosten abgedeckt. Ich habe zwei bis drei Trainingslager im Jahr. Das letzte hat mich 15.000 Euro gekostet.“

Partner Dario

Viel Zeit für Privates bleibt der Spitzen-Leichtathletin nicht. Da ist es gut, wenn der Partner in das sportliche Umfeld passt. Mit Freund Dario ist Dadic bereits seit fünfeinhalb Jahren liiert. Dario ist Masseur und Hobbysportler. „Er war von Anfang an sehr dahinter, dass ich mich weiterentwickle. Dario betreut meine Social Media-Kanäle, massiert mich nach einem harten Trainingstag oder ist Trainingspartner bei 800 Meter-Läufen. Ich kann mich glücklich schätzen, so einen Freund zu haben.“

Aufgrund ihrer steigenden Medienpräsenz wird die Mehrkämpferin von immer mehr Leuten erkannt und gegrüßt, egal ob beim Essen oder Einkaufen.

Viele Anfragen

„Viele sprechen mir Mut zu, gratulieren oder wünschen mir viel Erfolg. Das motiviert mich und ich finde es nett, dass die Leute interessiert sind. Es ist zu merken, dass bei uns die Leichtathletik mittlerweile einen hohen Stellenwert erreicht hat.“ Über Instagram erhält Dadic viele Anfragen, manchmal auch einen Heiratsantrag. „Ich fühle mich da gar nicht bedrängt, ich finde das eher lustig und freue mich, wenn Interesse an meiner Person gezeigt wird.“

Finale Olympia 2024

Bis Olympia 2024 in Paris möchte die Leichtathletin bei Großbewerben antreten.

Dadic zum KURIER:„Das wären dann meine vierten olympischen Spiele und gleichzeitig ein schöner Abschluss meiner sportlichen Karriere. Ich hoffe, am Höhepunkt meiner Laufbahn zurücktreten zu können.“