Chronik | Oberösterreich
01.04.2018

Ina Regen: Über Nacht berühmt

Sängerin. Die Videos der gebürtigen Gallspacherin wurden mehr als eine Million Mal auf YouTube angesehen

„Ich lebe gerade meinen Traum“, meint Sängerin Ina Regen (33) im Gespräch mit dem KURIER. Die aus Gallspach im Bezirk Grieskirchen stammende Sängerin hat den Schritt vom Background in die Solokarriere geschafft.

Es war die Sehnsucht, wie ein Kind zu sein, die ihr Mitte März einen Plattenvertrag bei Sony beschert hat. Mit dem Erfolg ihrer ersten Single Wie a Kind hat die heute in Wien lebende Sängerin nicht gerechnet, als sie das Musikvideo Anfang November 2017 ins Netz gestellt hat. Binnen weniger Wochen wurde das Video eine Million Mal angesehen. Ihre Musik wird von Radiostationen in Österreich und Deutschland gespielt.

Erfolg zu zweit

„Wir waren anfangs nur zwei Leute, die an diese Sache geglaubt haben. Mein Produzent und Gitarrist Florian Cojocaru und ich.“ Mit Conchita im Duett hat Ina Regen eine Coverversion von Hubert von Goiserns Heast as net aufgenommen. Das dazugehörige Video ging Ende November online und hat ebenfalls mehr als eine Million Klicks erreicht.

Insgesamt sei es ihr nie um Erfolg gegangen. „Was ich erreichen will, ist, mich zu entdecken und Geschichten zu erzählen“, sagt Regen. In ihren Songtexten verarbeitet sie „ihre Lektionen“ und das, was sie das Leben lehrt. Früher habe sie ihre Musiktexte in Englisch geschrieben. Heute sei ihr der Dialekt sehr wichtig. Anfangs habe sie Berührungsängste gehabt, weil der Dialekt in der Musik oft einem bestimmten Genre zugeordnet werde. „Aber ich habe in meinem Leben gelernt, dass bei diesen Berührungsängsten ein Fünkchen Wahrheit drinnensteckt.“ Außerdem könne eine Lektion für sie dabei sein, die sie sich ansehen könne. Ihr Produzent habe ihr nahegelegt, mehr in Dialekt zu schreiben. „Wie ich das erste Mal in Dialekt gesungen habe, wusste ich, dass ich noch nie so sehr ich war“, meint sie. „Meine Texte, die in Dialekt geschrieben sind, klingen für mich ehrlicher und es fühlt sich richtig an.“

Erster Clam-Auftritt

Derzeit arbeitet Regen intensiv an ihrem ersten eigenen Album. Die nächste Single ist noch in Arbeit. „Mein Arbeitstag hat derzeit rund 14 Stunden. Aber das macht mir nichts aus“, meint Regen. Zunächst live in Oberösterreich zu sehen sein wird Regen voraussichtlich beim ORF-Maicocktail am Dienstag, 8. Mai in Linz. Ihren ersten Auftritt auf der Burg Clam wird sie noch heuer absolvieren können. Dort wird sie am Freitag, 27 Juli als Vorband des Briten James Blunt auftreten.

Mit wem sie in Zukunft gerne zusammenarbeiten würde, hängt für Regen auch von den Songtexten ab. Mit der oberösterreichischen Band Folkshilfe durfte sie bereits musizieren. „Eine Zusammenarbeit mit Herbert Grönemeyer wäre super“, meint Regen. Die österreichische Musikszene beschreibt sie als „sehr kollegial“. Das sei eine Frage der Haltung. Derzeit wachse eine neue Austropoptradition.

Ina Regen (rechts) wurde geprägt durch Musical und Jazz.

„Ich wurde von Marianne Mendt entdeckt und gefördert“

Für die Jazzsängerin hat die Musik schon immer zu ihrem Leben gehört. Als sie klein war, hat der Volksliedchor ihrer Eltern in ihrem Wohnzimmer geprobt. „Ich bin damals am Schoß meiner Mama gesessen und habe zugehört“, erzählt sie. Abseits von der Schule habe es nur die Musik gegeben. Erst nach und nach sei ihr Weg als Profimusikerin für sie klarer geworden.

Mehr als ein Hobby

„Dass ich aber diese Sehnsucht entwickle, dass es mehr ist als nur ein Hobby, war im Teenageralter“, sagt sie. Damals habe sie ihre ersten Songs geschrieben und am Klavier improvisiert. „Dann habe ich in einem Musicalverein in Wels meine erste Rolle angeboten bekommen.“

Als sie an der Linzer Anton Bruckner Privatuniversität studiert hat, wurde sie von Marianne Mendt entdeckt und gefördert. Vor ihrem Erfolg als Solosängerin ist Regen einige Zeit zwischen Linz und Wien gependelt. Zwei Tage pro Woche hat sie damals in Oberösterreich als Musikschullehrerin gearbeitet, zuletzt in Vöcklabruck. Zu hören war sie auch als Background-Sängerin bei Conchita, den Makemakes, Natalia Kelly und dem Dancing-Stars-Orchester. Nach dem Erfolg von Wie a Kind hat sie sich für das Leben als Solosängerin in Wien entschieden. „Meine Heimatgemeinde Gallspach freut sich mit mir. Das finde ich schön“, sagt Regen.

Jungen Musikern empfiehlt sie, herauszufinden, wer man selbst ist. „Tauch ein und höre auf deinen inneren Kompass.“