Claudia Stelzel-Pröll

© Kurier / Jeff Mangione

Glosse
11/02/2019

Ich. will. heute. einfach. nicht.

Leben und leben lassen immer eine gute Devise, auch wenn es darum geht, manchmal keinen Alkohol zu trinken.

von Claudia Stelzel-Pröll

In Österreich beizeiten keinen Alkohol zu trinken ist ein ähnliches Verbrechen wie in Italien Pasta abzulehnen oder in Spanien auf Tapas zu pfeifen. Wer keine gute Defensio vorbereitet hat, wird unerbittlich ins Verhör genommen: Nein, ich bin nicht schwanger. Nein, ich nehme keine starken Medikamente. Nein, ich habe keine Histamin-Unverträglichkeit. Ich. will. nur. heute. einfach. nicht. Das geht in erstaunlich wenige Köpfe rein und zeigt den oft bedenklichen Umgang mit Wein, Bier und Co.

Spielverderber

Wer nicht mittrinkt, ist der Spielverderber, der allen anderen ein schlechtes Gewissen macht und sich dadurch selbst besser fühlt. So die Argumentationslinie der Ausschenker. Das führt manchmal so weit, dass ich mir zwar ein Glas einschenken lasse, aber es dann in einem unbeobachteten Moment irgendwo abstelle. Einfach weil ich keine Lust auf endlose Diskussionen habe. Ja, ich trinke gerne ein Glas Wein, Sekt, was auch immer. Aber dann, wenn ich will. Und wenn nicht, eben nicht. Leben und leben lassen, wäre hier – wie bei so vielem – ein guter Anfang.

claudia.proell@kurier.at

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