Awai Cheung

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Kolumne
08/07/2021

„Ich bin dann einmal erleuchtet“

Mehr Gelassenheit durch Achtsamkeit. Von Awai Cheung.

Durch Achtsamkeit entsteht Konzentration und damit Weisheit und – so hatte es Buddha zum Ziel – Erleuchtung und Befreiung des Geistes: „Laufe nicht der Vergangenheit nach. Verliere dich nicht in der Zukunft. Die Vergangenheit ist nicht mehr. Die Zukunft ist noch nicht gekommen. Das Leben, wie es hier und jetzt ist, eingehend betrachtend weilt der Übende in Festigkeit und Freiheit.“

Dinge so sehen wie sie sind

Man soll die Dinge so sehen, wie sie wirklich sind. Somit bildet die Achtsamkeit eine wichtige Grundlage der buddhistischen Lehre, die uns auch in unserem Lebensalltag mehr Gelassenheit und Freude schenken kann. Achtsamkeit gehört zum edlen achtfachen Pfad Buddhas. Wie kann sie uns in unserem Alltag helfen?

Mittelfinger steht für Stille

Eine Methode ist, wenn Sie einen Finger Ihrer Hand als Qi-Formel nehmen und sich das Symbol für Stille/Achtsamkeit vorstellen. Bei mir steht der Mittelfinger für Stille. Achtsamkeit bedeutet, sich im Hier und Jetzt zu konzentrieren und nicht zu bewerten. Auf das, was innen, und das, was außen um uns herum geschieht, zu achten.

Konzentration

Achtsamkeit ist die Konzentration auf die Sinne. Sie können auch Achtsamkeit üben, wenn Sie kurz innehalten, die Augen schließen und beobachten. Wie fühlte ich mich in diesem Augenblick? Wie fühle ich mich? Wie schmeckt mein Kaffee? Welche Gerüche umgeben mich? Was höre ich? Dabei bleibt aber jegliche Beurteilung außen vor. Alles wird so genommen, wie es ist.

Gedanken trainieren

Jeden Tag können Sie trainieren. Die Gedanken kreisen nicht um den nächsten Termin, während ich frühstücke oder wenn ich mir die Zähne putze. Achtsam zu sein bedeutet, das wahrzunehmen, was Sie gerade tun: Wenn ich dusche, dann dusche ich, ich fühle das warme Wasser auf meiner Haut, höre das Rauschen, rieche die Seife – ich denke an nichts anderes und konzentriere mich nur auf diesen Moment. Wenn ich esse, dann esse ich. Ich schmecke das Gemüse, nehme das Aroma des Tees auf, ich sehe die Farben auf dem Teller. Nebenbei noch die eMails auf dem Handy zu lesen oder am Schreibtisch zu essen und dabei im Internet zu surfen, lenkt ab und wirkt dem entgegen, was das Ziel einer Pause ist: Entspannung. Achtsamkeitsübungen sind daher auch ein gutes Mittel, um sich darüber klar zu werden, dass man sich nur einer Sache intensiv widmet und dies dann auch zum Gelingen derselben beiträgt.

Entschleunigung

Achtsamkeit hat auch mit Entschleunigung zu tun. Probieren Sie es aus und legen Sie jetzt eine kurze Pause ein, um den eigenen Atem zu beobachten. Einatmen. Ausatmen. Einatmen. Ausatmen. Nicht mehr. Nicht weniger. Horchen Sie in sich hinein. Und kommen vielleicht irgendwann Buddhas Ziel näher: Ich bin dann mal erleuchtet. Bleiben Sie gesund und achtsam!

Awai Cheung ist Qigong-Lehrer, Dozent und Buchautor

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