Hotels investieren weniger

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Fast die Hälfte der 137 oberösterreichischen Hotelbetreiber rechnet mit rückläufigen Ergebnissen. Grund: Hohe Kosten, Bürokratie und der Wegfall der Flugverbindung Linz–Frankfurt. Von Karl Leitner.

Die 137 Hotelbetreiber in Oberösterreich stehen unter zunehmenden wirtschaftlichen Druck, wie eine Befragung der Österreichischen Hotelvereinigung (ÖHV) von Mitte Dezember ergibt. 44 Prozent der Befragten rechnen mit rückläufigen und je 28 Prozent mit gleichen oder besseren Ergebnissen.

Landesvorsitzende Sophie Schick, zugleich Chefin des Boutique Hotels Hauser in Wels: „Wir haben es mit steigenden Kosten und einer überbordenden Bürokratie zu tun.“ Dazu komme das Ende der Flugverbindung Linz– Frankfurt, das dafür sorge, dass Business-Kunden ausbleiben. Auch wenn die Politik daran arbeite, das zu ändern, blieben derzeit die dadurch generierten Umsätze aus. Aktuell hat die Streichung für immerhin 44 Prozent „starke negative oder gering negative Auswirkungen“. Schick: „Gerade in einer wirtschaftlich schwierigen Zeit brauchen wir diese Verbindung zu einem so wichtigen Markt.“

Kürzere Aufenthalte

Belastend sind laut Schick auch die Kostensteigerungen der vergangenen Jahre. „Die Gäste sparen bei der Konsumation und reduzieren die Aufenthaltsdauer.“ Rund ein Drittel weiche auf günstigere Zimmerkategorien aus. Schick: „Rückläufige Einnahmen und steigende Kosten sind die schlechteste aller möglichen Kombinationen.“ Die schwierige Lage spiegelt sich in der Investitionsbereitschaft: So geben 46 Prozent der Hotelbetreiber an, weniger investieren zu wollen.

Das wiederum geht an der regionalen Wirtschaft nicht spurlos vorüber. Laut einer Wertschöpfungsstudie des Wirtschaftsministeriums vergeben Hotels ihre Aufträge zu 80 Prozent im Umkreis von 60 Kilometern. Schick: „Es würde die gesamte Region stärken, wenn es wieder attraktiver gemacht wird, zu investieren.“ Sie appelliert an Bund und Land, rasch zu reagieren. Eine Summe, wie viel von den 137 oberösterreichischen Hotels jährlich investiert wird, liegt nicht vor. Allein sie habe aber im Vorjahr 400.000 Euro in ihr Hotel investiert, sagt Schick. Auch Monika Tonner-Fiechtl, Geschäftsführerin der Stadtoase Kolping Hotel Linz, hat kräftig investiert: Allein 2025 wurden mehr als 700.000 Euro in die Modernisierung des Hotels gesteckt, so Tonner-Fiechtl. Auch für sie ist die „Tendenz seit zwei Jahren schwierig“. Insgesamt liege die durchschnittliche Rentabilität der Hotels laut Pressesprecher Martin Stanits in Österreich „im niedrigen einstelligen Bereich“. Die Probleme der Branche seien bundesländerübergreifend gleich: „Kostentreiber sind überall die Energie, die Kollektivvertragsabschlüsse und die Bürokratie.“

Öffentlicher Verkehr

Ein weiteres wichtiges Anliegen ist die Anbindung an den öffentlichen Verkehr. Hier sieht man teils großen Nachhol- und Investitionsbedarf. So sind mit der Öffi-Anbindung nur zwölf Prozent der Befragten „sehr zufrieden“, 64 Prozent bewerten sie als „eher schlecht bzw. sehr schlecht“.

Die Hotelvereinigung hat rund 1.700 Mitglieder, die 62.000 Mitarbeiter beschäftigen und mit 200.000 Betten die Hälfte der Kapazität in der 4 bis 5-Sterne-Superior-Hotellerie repräsentieren. Mit der Zimmervermietung wird ein Umsatz von rund vier Milliarden Euro jährlich erwirtschaftet.

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