Alois Wögerbauer, Geschäftsführer der 3 Banken-Generali Investmentgesellschaft

© 3 banken generali/eric kruegl

Gastkommentar
06/04/2021

Höhere Inflation wird nicht von Dauer sein

Die Geschichte zeigt, dass Inflationsraten von zwei bis vier Prozent gut sind. Von Alois Wögerbauer.

Die Bevölkerung hat seit mehr als zehn Jahren Angst vor Inflation. Zur gleichen Zeit bekämpften aber die Notenbanken – vor allem die EZB – mit mächtigen Aktionen die Gefahr einer Deflation (Rückgang der Preise, die Nachfrage ist geringer als das Angebot).

Inflation steigt

Aktuell steht das Inflationsthema einmal mehr im Vordergrund. Diesmal ist die Informationslage klar konsistenter. Wir sehen eine Kombination aus Basiseffekt aufgrund der Corona-Pandemie, aus historischen Geldmengenausweitungen, aus steigenden Rohstoffpreisen, aus markanten Engpässen in vielen Lieferketten und aus einer hohen Sparquote der Privaten. Diese einzigartige Kombination führt zu aktuellen Inflationsraten jenseits der vier Prozent in den USA und wohl rasch auch jenseits der drei Prozent im Euroraum.

Notenbanken steuern derzeit nicht dagegen

Auf Sicht geht es aber um nur zwei Fragen. Erstens: Werden die Notenbanken gegensteuern? Wohl nein. Wäre es nicht geradezu absurd, wenn die Notenbanken eben diese Inflation, die sie sich seit einem Jahrzehnt wünschen und die die Staaten angesichts ihrer Schulden dringend brauchen, nun mit Zinserhöhungen bekämpfen?

Ein Dauerzustand?

Zweitens: Ist es ein Basiseffekt oder ein Dauerzustand? Würden die Inflationsraten 2022 wieder auf dem aktuellen Niveau verharren, dann bräuchten wir dazu eine Wiederholung der beschriebenen Effekte, von Notenbanken, Konjunkturpaketen bis zu den Anstiegen der Rohstoffpreise. Das ist nicht wahrscheinlich, es ist daher mehr Basiseffekt als Dauerzustand.

Sachwerte

Die Geschichte lehrt, dass Inflationsraten von zwei bis vier Prozent gut sind. Erst darüber beginnen Kapitalmarktverwerfungen, Zinsanstiege, Lohn-Preis-Spiralen. Ich gehe davon aus, dass die Inflation im „guten Korridor“ bleibt. Am Ende des Tages sprechen höhere Inflationsraten für Sachwerte. Anleger, die Angst vor Inflation haben, sollten daher eines nicht tun: Im Cash warten oder nur auf Anleihen setzen.

Alois Wögerbauer ist Geschäftsführer der 3 Banken-Generali Investmentgesellschaft

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