Dominik Thalhammer

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Fußball
08/02/2020

Heikle Premiere in Old Trafford

Der neue LASK-Trainer Dominik Thalhammer möchte es langfristig anlegen. Von Gerhard Marschall.

In Old Trafford spielen und sterben! Das Goethe-Zitat zu Neapel lässt sich auch auf die Heimstätte von Manchester United ummünzen. Dort einmal aufzutreten muss Traum eines jeden Fußballers sein. Der geht für die LASK-Spieler am kommenden Mittwoch in Erfüllung, könnte leicht aber zum Albtraum werden. Nach dem 0:5 im Heimspiel vor Corona wird sich der Aufstieg eher nicht mehr ausgehen, es geht um einen halbwegs ehrenhaften Abschied aus der Europa League.

Nicht einfach

„Zum jetzigen Zeitpunkt sicher nicht einfach“, nennt der neue Coach Dominik Thalhammer im KURIER-Gespräch seine Wettspielpremiere nach nur zwei Trainingswochen. Wichtig werde sein, Lösungen für die gegnerische Offensivpower zu finden. Umgekehrt sieht Thalhammer durchaus Chancen: „Wenn wir es im Laufe des Spiels schaffen, ihnen Probleme zu bereiten.“

Kein Selbstdarsteller

Generell und über die heikle Auftaktmission auf der Insel hinaus sieht der 49-Jährige in seinem neuen Job eine große Herausforderung. „Nicht, weil es die Bundesliga ist, sondern weil es der LASK ist“, erklärt er seinen Wechsel vom Coach des ÖFB-Frauennationalteams in den Profifußball. Der LASK sei jetzt ein Top-Verein in Österreich, der international spielt. Also hätte er sich fragen müssen: Welches Angebot annehmen, wenn nicht das?

Vertrag für drei Jahre

Thalhammer ist kein Lauter und kein Selbstdarsteller, seine Ansagen kommen wohlüberlegt und ruhig daher. Sein Vertrag läuft drei Jahre. Wo soll der LASK dann stehen? Das Ganze sei ein Prozess: „Der Wunsch ist, dass es zu einer Weiterentwicklung der Mannschaft, der einzelnen Spieler und des ganzen Vereins kommt. Dass man mehr spielerische Möglichkeiten hat, ein bisschen flexibler wird.“ Darin sieht er absolut einig mit der Vereinsführung: „Das Denken in Leistungsentwicklung, weniger in Ergebnissen.“ Doch für Langfristigkeit und Geduld ist im modernen Fußball kaum Platz. Erfolg muss sich möglichst rasch einstellen, am besten gleich. Dass bei anhaltendem Misserfolg ein Trainer gehalten wird, weil der Vereinsvorstand an ein besseres Morgen glaubt, ist rare Ausnahme. In der Regel wird der Trainer gefeuert, wie zuletzt beim LASK. Die Mannschaft hatte gegen Valérien Ismaël rebelliert.

Mannschaft ist bereit

Ob er eine schwierige Truppe übernommen habe? „Jeder Trainer könnte sich eine solche Mannschaft wünschen“, entgegnet Thalhammer. „Der Mannschaft ist zu sehr viel bereit und im Endeffekt auch sehr offen. Sie ist sehr wissbegierig, will viele Details verstehen und gecoacht werden. Ihr ist wichtig, dass sie das Warum versteht und dass ihre DNA gewahrt bleibt. Das Spiel gegen den Ball ist die Basis von allem.“

Salzburg ist Meisteranwärter

Die Latte für den Neuen liegt hoch. Immerhin hat der LASK in der abgelaufenen Saison am Meisterteller geschnuppert. Der Titel sei „auf keinen Fall“ das Saisonziel. „Man muss sich einen gewissen Realitätssinn bewahren und Budgets vergleichen.“ Sprich: Die Salzburger mit den Millionen von Red Bull seien allemal erster Meisteranwärter. Red Devils werden die United-Spieler von ihren Fans liebevoll genannt. Thalhammer rechnet aber nicht mit 90 höllischen Minuten: „Es ist ein Spiel, wo man mehr gewinnen als verlieren kann.“

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