Nicole und Erich Wartha wohnen seit zwei Monaten mit ihren drei Kindern in der Doppelhaushälfte in Lambach

© Nina Konyen

Chronik Oberösterreich
05/23/2021

Neues Haus, aber „das ist alles sehr belastend“

In Lambach entstanden Doppelhäuser, einige Bewohner klagen nun über grobe Mängel

von Claudia Stelzel-Pröll

Eine halbe Stunde nach dem vereinbarten Termin erscheint Senada Zeric – um nichts zu sagen. Sie wird keine Stellungnahme zu den Vorwürfen abgeben. Genauso handhabt es Hannes Ziegelböck, Makler bei Raiffeisen Immobilien Thalheim/Wels. Kein Kommentar zur Causa.

In Lambach baute die UNA Invest GmbH – Zeric ist die Geschäftsführerin – in den vergangenen drei Jahren gesamt zehn Häuser mit je zwei Wohneinheiten. Alle Einheiten sind bereits verkauft. Nun kamen drei Familien auf den KURIER zu, um ihre Erlebnisse und Erfahrungen zu schildern. Eine davon ist Familie Wartha.

Gutachten liegt vor

„Ich muss sagen, die Situation ist mittlerweile sehr belastend für uns. Wir sind am 20. März in dieses Haus gezogen, haben davor schon festgestellt, dass etliche Dinge nicht passen. Deswegen haben wir auch das Übergabeprotokoll nicht unterzeichnet“, erklärt Nicole Wartha. Die Familie beauftragte einen Bausachverständigen, das Ergebnis war ein 37-seitiges Mängelprotokoll mit dem abschließenden Hinweis, dass mit einem voraussichtlichen Sanierungs- und Fertigstellungsaufwand von zumindest rund 25.000 € brutto gerechnet werden kann (das Gutachten liegt dem KURIER vor). Die Familie hält den Kaufpreis des Hauses bis dato über einen Notar zurück. „Sobald diese gravierenden Mängel behoben sind, zahlen wir sofort aus. Wir wären auch willig gewesen, nur 75.000 Euro zurückzuhalten und den Großteil des Kaufpreises auszuzahlen. Aber das wollte die Bauträgerin nicht“, sagt die dreifache Mutter, und: „Wir hatten ein großes, altes Haus, das für uns viel Arbeit bedeutete. Wir wollten lieber einen Neubau ohne Scherereien. Und jetzt das.“

Die Familie berichtet von einem gefluteten Technikraum, den drei Tage niemand beachtet habe, nun krieche die Feuchtigkeit die Wände hoch. Von Jalousien im Kinderzimmer, die sechs Wochen lang zublieben. Und von einer riesigen Glastür, die sich ständig ausgehängt habe – auch nach mehrmaligem Urgieren seien die Reparaturarbeiten erst nach Wochen erledigt worden. „Das war sehr gefährlich für die Kinder.“

Ein ähnliches Bild zeichnet Patricia Linnert. Die Buchhalterin war eine der ersten, die ein Haus in der Anlage bezog: „Nach dreißig Monaten bin ich fast am Durchdrehen. Es wurden Fristen nicht eingehalten, niemand kommt, um Schäden zu beheben. Ich habe Anzeigen und Gerichtsverfahren hinter mir. Die Lage der Häuser ist toll, aber wir fühlen uns total im Stich gelassen.“

So ersparen sich Bauleute viel Stress

Tipps. Ulrike Weiß, Leiterin des Konsumentenschutzes bei der Arbeiterkammer OÖ, weiß, wovon sie redet: Denn Probleme beim Hausbau gibt es genug.

„Es gibt vorab Punkte, die man abklären sollte. Zum Beispiel: Mit wem, also mit welchem Bauträger, welchem Architekten, lasse ich mich auf dieses Unterfangen ein?“. Dann gelte es, detaillierte Angebote der verschiedenen Gewerke einzuholen. „Das gibt preisliche Sicherheit. Nach einer guten Kostenaufstellung muss die Finanzierung gesichert werden“, sagt Ulrike Weiß.  Je unseriöser ein Anbieter sei, desto eher folge ein besonders schmackhaftes Angebot.

Die AK OÖ hat die umfangreiche Broschüre „Bauen ohne Ärger“ publiziert, die auf ooe.arbeiterkammer.at heruntergeladen werden kann.

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