Sportlandesrat Achleitner (li.) und Landeshauptmann Stelzer (re.) ehrten die WM-Medaillengewinner Preiner und Weißhaidinger

© Land OÖ/Daniel Kauder

Leichtathletik
10/11/2019

Happyend nach Gugl-Schock

Auf die Vertreibung aus dem Linzer Stadion folgt eine Investitionsoffensive für die Leichtathleten. Von Gerhard Marschall.

Erfolgreiche Sportler ziehen die Politik an. Ein bisschen was vom Medaillenglanz wollten sich wohl auch Landeshauptmann Thomas Stelzer und Sportlandesrat Markus Achleitner abholen, als sie WM-Bronzegewinner Verena Preiner und Lukas Weißhaidinger ehrten. Doch mit Glückwünschen und netten Worten war es dieses Mal nicht getan.

Druck auf die Politik

Angesichts drohender Heimatlosigkeit schwankt die Leichtathletik-Gemeinde seit Monaten zwischen empört und besorgt. Für eine reine LASK-Fußballarena auf der Linzer Gugl wird Österreichs einzige vom Internationalen Leichtathletikverband (IAAF) zertifizierte A-Anlage geopfert. Wohin mit den Leichtathleten? Darauf gab es vorerst keine Antwort. Nach dem herausragenden Abschneiden von Preiner und Weißhaidinger in Doha/Katar stand die Politik erst recht unter Druck, rasch Alternativen anzubieten. Jetzt ist Wiedergutmachung angesagt. „Wir zünden einen Turbo für eine professionelle Weiterentwicklung der Leichtathletik-Infrastruktur in Oberösterreich“, verspricht Achleitner. Ein gemeinsam mit dem Leichtathletikverband ausgearbeitetes Konzept enthält ein Paket an Maßnahmen.


Erstens: Auf der Union-Anlage in der Linzer Wieningerstraße soll das OÖ. Leichtathletik-Zentrum entstehen. Seit 2017 gibt es bereits eine Halle, die um ein Stadion mit Rundlaufbahn, Sprung- und Wurfanlagen sowie Flutlicht ergänzt werden soll. Auch der Verband soll hier angesiedelt werden.

Traun wird ausgebaut

Zweitens: Auf ein für internationale Wettkämpfe taugliches A-Klasse-Niveau soll das bis jetzt wenig genutzte Stadion in Traun gehoben werden, achtbahnige Rundlaufbahn inklusive. 6.500 Plätze (teils überdacht), komplette Infrastruktur und Parkplätze sind vorhanden; Probleme mit Anrainern gibt es nicht.

Zehn Millionen Euro

Drittens: Die veraltete Anlage des Polizeisportvereins in der Linzer Derflingerstraße mit Aschenbahn soll auf zeitgemäßen Standard gebracht werden. Eine Kooperation zwischen Land und Innenministerium ist angedacht. Hierher sollen die auf der Gugl beheimateten Vereine ATSV Linz und ÖTB umgepflanzt werden.

Neue Anlage Pädagogische Hochschule

Viertens: Gesucht und gefunden wurde ein Ausweichplatz für den Olympia-Leichtathletik-Stützpunkt. Dieser wird auf die Anlage der Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz übersiedeln, die komplett neu gebaut wird. Hier soll auch die TGW Zehnkampf-Union Platz finden.

Olympia-Zentrum bleibt

Fünftens: Das Olympia-Zentrum bleibt auf der Gugl. In Abstimmung mit dem LASK sollen im Zuge des Stadionneubaus Outdoor-Trainingsmöglichkeiten entstehen.

Anlagen aufgerüstet

Sechstens und nicht zuletzt: Unabhängig vom Anlassfall soll die Leichtathletik dezentral aufgerüstet werden. Die Anlagen in Vöcklabruck, Andorf, Neuhofen/Krems und St. Georgen/Gusen werden saniert und modernisiert. Dazu kommen als regionale Stützpunkte Ried/I. und Ebensee, die bereits über Top-Anlagen verfügen; in Ebensee steht noch ein neues Klubhaus auf der Wunschliste.

Positive Reaktionen

Alles in allem rund zehn Millionen € seien für die Investitionsoffensive reserviert, sagt Landesrat Achleitner. „Gestartet wird morgen.“ Die Zeit drängt, im Sommer 2020 ist auf der Gugl Schluss. „Dieses Paket wird uns einen ordentlichen Schub geben“, ist Verbands-Vizepräsident Stefan Bachl überzeugt: „Danach steht die Leichtathletik besser da als vorher.“ Auch die Sportler sind zufrieden. „Weltklasse-Athleten entstehen, wenn Weltklasse Infrastruktur gegeben ist“, weiß Weißhaidinger. Er hat die Vertreibung von der Gugl scharf kritisiert, spricht jetzt aber von einer „Riesensache“. Und Verena Preiner ergänzt: „Ich habe mich eigentlich von Beginn an darauf verlassen, dass es eine qualitativ hochwertige Lösung geben wird. Schön, dass das jetzt so schnell fixiert werden konnte.“