Gut Land nach 25.000 Kilometern

© Bild: Gottfried Fellner

Gestern, Samstag, kamen drei Oberösterreicher von ihrem sechswöchigen Abenteuer-Trip nach Vietnam zurück

Drei Piloten aus dem Salzkammergut landeten gestern Nachmittag auf dem Flughafen Salzburg - glücklicher Schlusspunkt einer sechswöchigen Abenteuerreise in einer Cessna 210 nach Vietnam. Der Gmundner Kaufmann Herbert Bachinger (50), Hochschul-Professor Otmar Haring (52) aus Ohlsdorf und Innenarchitekt Walter Köck (59) aus Schwanenstadt - allesamt leidenschaftliche und erfahrene Piloten des Sportfliegerclubs Salzkammergut - starteten am 15. Juni von Salzburg aus nach Vietnam: 12.500 km hin, 12.500 km retour. Dazwischen viele abenteuerliche Erlebnisse - für die Familien und ihre Fliegerkollegen daheim Wochen des Bangens. Umso größer war dann die Freude beim gestrigen Empfang in der Heimat.

Tolles Erlebnis

"Dass wir überhaupt in Vietnam angekommen sind, war für uns das prägendste Erlebnis dieser Reise", betonten Bachinger, Köck und Haring geschlaucht, aber zufrieden. Mehrmals stand ein Weiterflug infrage. Zum Beispiel bei der Hinreise in Dubai, als plötzlich der Autopilot streikte. Die Folge: Zehn Tage Zwangspause, die drei Piloten bauten die gelieferten Ersatzteile schließlich nach Anleitung einer österreichischen Werft selbst ein.
Oder die große Hitze, die dem Motor zusetzte. (Jetzt wissen die drei wenigstens, dass in Wüstenstaaten nur früh morgens ein Start möglich ist.) Dann die extreme Wetterlage in Indien und Bangladesch, die ein Durchfliegen in Richtung Osten unmöglich machte.
Dennoch, sie erreichten ihr Ziel, Vietnam. Höhepunkt war der Empfang bei Stefan Ernest, einem Bad Ausseer, der vor sieben Jahren nach Saigon auswanderte und zwei Restaurantboote am Saigon River betreibt.
Auf seiner "Bonsai" gab Stefan Ernest zusammen mit seiner Lebensgefährtin Tuyet für die drei Piloten aus dem Salzkammergut ein Fest, das ihnen ewig in Erinnerung bleiben wird.

Mulmiges Gefühl

Die Einreise in Bangladesch bereitete ein mulmiges Gefühl im Magen. Umso überraschender dann der Empfang, unkompliziert und total freundlich kümmerte sich eine Unzahl von Mitarbeitern am Flughafen von Chittagong um die Piloten. Was sich die drei Oberösterreicher überhaupt nicht vorstellen konnten, war der Verkehr in Bangladesch. Hier wird auf Tuchfühlung gefahren, das Recht des Stärkeren gilt, nur die Hupe muss funktionieren. Auf einer zweispurigen Straße fahren oft fünf Fahrzeuge nebeneinander, dazwischen drängen sich Rikschas und Motorräder. Trotz der bedrückenden Armut eine fast beschämende Freundlichkeit der Menschen.
Bei der Rückreise aus Vietnam ab 16. Juli folgte der Flug durch den Monsun - ab Thailand bzw. Burma (Myanmar) bis Karachi gab'es nur Schlechtwetter. Das Regenwasser drang in die Cessna 210 ein und legte einige der Instrumente lahm, ein Funkgerät und natürlich wieder den Autopiloten.
Es blieb nichts anderes übrig, als bei null Sicht, starken Turbulenzen und heftigstem Regen händisch weiterzufliegen.
Die Einreise in Jordanien war sehr kompliziert, bis zu dem Zeitpunkt, als eine Einladung des Prinzen von Jordanien vorgezeigt wurde - Johann Ebner aus Salzburg, ein Freund, hat beste Beziehungen zum jordanischen Königshaus.
Der Sekretär des Prinzen, Mr. Rami, holte die fliegenden Gäste aus Österreich persönlich am Flughafen ab und brachte sie in einer Limousine ins Hotel.
Heinz Breuer, Ausbildungsleiter des Sportfliegerclubs Salzkammergut, organisierte den Empfang am Airport Salzburg: "Wir sind stolz auf unsere drei Fliegerkollegen, sie haben sich auf dieses große Projekt optimal vorbereitet, in schwierigsten Situationen besonnen überlegt und dann die richtigen Entscheidungen getroffen."

Erstellt am 05.12.2011