Chronik | Oberösterreich
05.08.2018

"Greifen Sie zur Wassermelone"

Ärztin Silke Kranz rät zu Durstlöschern in fester Form. Melonen, Lassi, Tsatsiki, Pfefferminze und Melisse lassen die Hitze leichter ertragen.

Sind Sie ein Sommer- oder ein Wintermensch? Ich für meinen Teil bin ja bekennender Wintermensch und freue mich schon seit geraumer Zeit wieder auf den ersten Schnee. In dieser Woche habe ich allerdings auch eingefleischte Sommerliebhaber von kühlen Temperaturen schwärmen hören. Was können Sie also tun, wenn Sie derzeit nicht den ganzen Tag an einem See im Schatten eines Baumes verbringen können?

Viel trinken

Zum einen einfach viel Flüssigkeit trinken um Ihren Kreislauf bei Laune zu halten. Aber es gibt auch einige Lebensmittel, die uns beim Abkühlen unterstützen. Allen voran die Wassermelone. Auf einhundert Gramm enthält sie neunzig Gramm Wasser und stellt somit einen Durstlöscher in fester Form dar. Über den frischen Geschmack sind wir uns alle einig, denke ich. Deshalb ist sie auch bei diversen Sportveranstaltungen, vor allem über längere Distanzen, gern gesehener Teil der Labestationen.

Auch die TCM, also die traditionelle chinesische Medizin, schätzt das Kürbisgewächs, weil es die innere Hitze im Verdauungstrakt reduziert. Eine wundervolle Zwischenmahlzeit oder auch sommerliche Nachspeise stellt das Lassi dar. Ein ursprünglich indisches Joghurt-Getränk, das einerseits kühlt und andererseits die Schärfe von Speisen mildert. Eine enge Verwandtschaft besteht zum türkischen Ayran. Mischen Sie Joghurt und Wasser oder Milch mit pürierten Früchten oder Fruchtsaft und genießen Sie einfach! Mein persönlicher Favorit ist das Mango-Lassi. Gurken enthalten noch mehr Wasser als Melonen und wirken dadurch natürlich ebenfalls durstlöschend. Eine der bekanntesten griechischen Speisen ist das Tsatsiki, das aus Gurken, Joghurt und Knoblauch hergestellt wird und somit gleich doppelt kühlt. Mit etwas Brot reicht Tsatsiki vollauf als sommerliches Abendessen, ansonsten peppt es jeden Grillteller auf.

Erhitzte Gemüter kann auch die Pfefferminze beruhigen. Selbst als Tee wirkt das Kraut kühlend, macht sich aber auch hervorragend in Obstsalaten oder arabischen Gerichten mit Lamm oder Couscous. Pfefferminzöl auf die Schläfen getupft lindert auch Kopfschmerzen, egal ob durch äußere oder innere Hitze bedingt. Das Menthol gaukelt den Messsensoren in unserem Körper Kälte vor. Ein paar Blätter Pfefferminze in einem Krug Wasser unterstützen beim Kühlen und geben einen hervorragenden kalorienfreien Geschmack. Immer wieder erzählen mir meine PatientInnen, dass sie ja versuchen nur Wasser zu trinken, sich aber irgendwann auch einmal ein bisschen Geschmack wünschen. Auch ich kenne das Gefühl und habe bemerkt, dass ich mehr trinke, wenn mein Getränk auch tatsächlich schmeckt.

Minze und Melisse

Abgesehen von Pfefferminze machen sich auch Zitronenmelisse und Zitrusfrüchte ganz hervorragend in Karaffen. Zitronen, Orangen, Limetten und Co. wirken ähnlich wie die Wassermelone kühlend, sodass Sie auch hier zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Sie haben bestimmt selbst schon bemerkt, dass Sie beim Verzehr von üppigen Speisen im Hochsommer stark schwitzen, warum also nicht einmal auch das Essen auf die leichte Schulter nehmen? Es danken Ihnen Ihr Bauchumfang und Ihr Kreislauf!