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Chronik Oberösterreich
05/02/2012

Glücksspiel: Großrazzia in Linz

Die Polizei beschlagnahmte 177 Glücksspielautomaten - und entdeckte Lokale, die mit Geheimtüren und Videokameras geschützt waren.

Die Finanzpolizei hat im Rahmen einer Großrazzia in Linz insgesamt 177 illegale Glücksspielautomaten beschlagnahmt. Rund 70 Steuerfahnder überprüften an zwei Tagen 22 Lokale, berichteten die Oberösterreichischen Nachrichten. In den vergangenen Wochen waren sie bereits in Wels, Steyr und Perg im Einsatz gewesen.

Durch Informanten und verdeckte Ermittler war bekanntgeworden, dass die illegale Glücksspielbranche in Linz gegen ungebetene Gäste aufgerüstet und vor den Lokalen Videokameras installiert hat. Einlass gewährten die Spielsalon-Betreiber nur nach Gesichtskontrolle. Weil die Finanzpolizei damit rechnete, ausgesperrt zu werden, wurden ein Gerichtsvollstrecker und ein Schlosser herangezogen. In fünf Lokale verschafften sich die Einsatzkräfte mit Gewalt Zutritt. Zur Sicherstellung von Abgabenrückständen mussten mehrere Geldladen und Tresore geöffnet werden, die entweder geknackt oder aus der Wand gestemmt und anschließend beschlagnahmt wurden.

Geheimtür

Ein Lokal in der Innenstadt setzte auf "Sesam öffne dich", um Erträge steuerfrei einzustreifen: Durch einen Hebel hinter der Bar ließ sich eine gläserne Trennwand öffnen. Während im frei begehbaren Teil des Spielsalons drei harmlose Wettannahme-Terminals aufgestellt waren, befanden sich in einem weiteren Raum neun verbotene Automaten. In einem anderen Lokal hatte der Betreiber mehrere Glücksspieler in einem versteckten Zimmer eingesperrt, bevor die Fahnder auftauchten. "Die mussten vier Stunden ausharren, bis wir fertig waren", berichtete Oberösterreichs höchstrangiger Finanzpolizist Peter Weldy. Bei einer späteren Kontrolle flog der Schwindel auf.

Wie bei ihren bisherigen Razzien stieß die Finanzpolizei auch in Linz auf Wiederholungstäter. An manchen Standorten gab es Kontrollen, bei denen etwa 50 Automaten beschlagnahmt, versiegelt und an Ort und Stelle belassen wurden. "Die alten Geräte haben die Lokalbetreiber dann einfach zur Seite geschoben und durch neue ersetzt", so Weldy.

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