Freude über diese Frühlingstage

Wir alle freuen uns über diese Frühlingstage. Die Sonne scheint, die Blumerl wagen sich langsam aus ihrem Winterversteck und die Vogerl singen morgens schon um die Wette. Von Christa Koinig.
Seppy

Was gibt es Schöneres? Naja, es kommt ganz darauf an, was man sehen will. Schön kann auch ein feines Abendessen sein oder ein gemütliches Treffen mit alten Freunden. Auch ein neues Kleid oder bunte Schuhe kann man schön finden.

Aber zurück zu den sonnigen Frühlingstagen. Anstatt sich zu freuen, beginnen manche schon wieder zu raunzen und zu meckern. „Wo bleibt der Frühling?“, lautete kürzlich die Schlagzeile einer Zeitung, weil es der Nebel gewagt hatte, sich nicht zeitgerecht zu verziehen. Und wenn’s draußen dann so richtig warm und angenehm ist, hört man: „Das ist doch viel zu früh, das ist schlecht für die Pflanzen!“ Wenn’s nicht regnet, sind die Pflanzen arm, weil sie kein Wasser bekommen. Kommt aber dann doch der Regen, dann gibt’s endlich wieder einen Grund, so richtig zu granteln.

Raunzen macht grantige Gesichter

Nichts scheint zu passen, was sich um uns herum abspielt. Raunzen macht grantige Gesichter, das habe ich in meinem langen Puppendasein gelernt. Ich sehe es ja von der Bühne aus, wenn sich manche Leute ärgern über zu wenig Parkplätze, lange Warteschlangen oder über die Preise. Anstatt sich einfach zu freuen auf unsere neuen Abenteuer – so wie gerade ihre Kinder. Was meint unsere Omama dazu? „Granteln ändert nichts. Solange es uns gut geht, gibt es jeden Tag einen Grund zum Lächeln. Schon der nächste Tag kann ganz anders sein.“ Und selbst ich als Puppe weiß: Wie es auch kommt, ein Lächeln bringt mehr Frühling ins Gesicht als jedes Raunzen.

Christa Koinig ist künstlerische Leiterin des Linzer Puppentheaters

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