© Antonio Bayer

Chronik Oberösterreich
10/06/2019

Flexible Kinderbetreuung, auch bis nach Dienstschluss

Tagesmütter bleiben bei Bedarf bis 21.30 Uhr im neuen Erlebniskindergarten Plus City. Die Akzeptanz dieses Angebots braucht noch Zeit.

von Claudia Stelzel-Pröll

Neues Gebäude, neues Team, neue Kinder – nach dem ersten Monat im laufenden Betrieb, der offiziellen Eröffnung mit Politprominenz, Reden und Händeschütteln, freuen sich nun alle auf Routine. „Ich bin froh, wenn jetzt der Alltag eingekehrt und alle weiter zusammenwachsen können“, sagt die 28-jährige Leiterin der Einrichtung, Carina Strohmayer.

Im Morgenkreis machen es sich die Kinder schon gemütlich, musizieren, klatschen und singen. Immer wieder sind auch Mamas mit dabei, die ihre Kinder bei der Eingewöhnung begleiten. So auch Martina Rötzer mit ihrem eineinhalbjährigen Sohn Sebastian: „Ich arbeite selber in der Plus City und freue mich sehr über den Kindergarten. Es ist ein schönes Gefühl, sein Kind so nahe zu wissen. Und wenn mal etwas sein sollte, bin ich schnell da.“

Überlegungen zu einem Kindergarten für den Nachwuchs der Plus City–Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gab es schon lange, „aber dann ging alles sehr flott“, freut sich der Eigentümer des Einkaufszentrums, Ernst Kirchmayr: „Im Februar war Baubeginn, Anfang September waren die ersten Kinder im Haus.“

Markantes Gebäude

Situiert ist das markante Gebäude direkt neben der Plus City, über einer schon vorhandenen Parkfläche wurde der Neubau realisiert. Drei Krabbelstuben- und eine Kindergartengruppe gibt es, dazu zwei riesige Freiflächen mit Garten, Klettergerüst, Tipis und vielem mehr. Mit 53 Kindern sind bereits alle Plätze besetzt. 90 Prozent der Eltern arbeiten in der Plus City, „die Einrichtung ist aber offen für alle und es ist sogar eine Erweiterung möglich, wenn die Nachfrage weiter so groß bleibt“, blickt Kirchmayr in die Zukunft.

Die Kinderfreunde OÖ betreiben den Kindergarten: „Eine Besonderheit sind sicher die flexiblen Öffnungszeiten, die sich ganz an den Arbeitszeiten der Eltern orientieren“, sagt die Geschäftsführerin der Familienzentren GmbH der OÖ Kinderfreunde, Petra Sucherbauer.

Offen bis 21.30 Uhr

Konkret heißt das: Bei Bedarf übernehmen Tagesmütter der Aktion Tagesmütter OÖ ab 17 Uhr die Betreuung in den Räumlichkeiten vor Ort, und zwar Montag, Dienstag und Mittwoch bis 20 Uhr, Donnerstag und Freitag bis 21.30 Uhr und samstags von 7.30 bis 18.30 Uhr. Wenn die Kinder sowieso für den Nachmittagskindergarten angemeldet sind, entstehen den Eltern unter der Woche keine zusätzlichen Kosten, die Samstagsbetreuung wird nach Stunden verrechnet.

Anmeldungen für die Abendbetreuung bis dato: null. „Vielleicht gibt es noch Hemmungen, vielleicht braucht es aber einfach nur Zeit, bis dieses Angebot bei allen angekommen ist“, vermutet Sucherbauer von den Kinderfreunden. Was in anderen Ländern schon lange Usus ist, muss sich in Österreich also erst bewähren.

Geregelte Zeiten

Diese Form der Betreuung bedeute natürlich nicht, dass ein Kind von acht in der Früh bis acht am Abend im Haus sei, erklärt Leiterin Strohmayer: „Es gibt in der Krabbelstube gesetzliche Vorgaben, wie lange ein Kind bleiben darf, nämlich acht Stunden. Diese müssen eingehalten werden. Jene Kinder würden dann einfach erst zu Mittag oder am Nachmittag zu uns kommen.“

In der grünen Gruppe sind in der Zwischenzeit alle ins Spielen vertieft: Da werden Kastanien von Becher zu Becher geschaufelt, Gitarrensaiten gezupft, Bücher angeschaut und Häuser gebaut. In der Mitte sitzt die fünfjährige Defne und strahlt: „Ich habe schon viele neue Freunde gefunden, mir gefällt es hier so gut!“.

Rückzugsorte sind speziell am Abend wichtig

„Für diese Art der Betreuung braucht es ein gutes pädagogisches Konzept“, weiß Marina Einböck, Geschäftsführerin der Aktion Tagesmütter OÖ, und meint damit die langen Öffnungszeiten im Plus City Erlebniskindergarten. In Kooperation mit den Kinderfreunden stellt ihr Team jene Frauen, die die Kinder dann abends und samstags nach Bedarf beaufsichtigen, sobald es Anfragen gibt. Gestartet wird die Betreuung übrigens bereits ab der ersten Anmeldung, „aber natürlich ist es für die Kinder schöner, wenn sie nicht alleine sind, sondern andere Kinder zum Spielen haben“, sagt Einböck.

Kuschelzonen

„Die Übergabe von der Kindergartenpädagogin zur Tagesmutter ist wichtig. Außerdem muss es Kuschelecken und Ruhezonen geben, damit sich die Kinder zurückziehen können, wenn sie müde sind. Gemeinsam mit den Betreuerinnen wird  noch die Abendjause gerichtet, bevor die Kinder dann von den Eltern abgeholt werden.“

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