Chronik | Oberösterreich
25.11.2018

Fine Austrian Bio-Whisky

Peter Affenzeller aus Alberndorf brennt sehr erfolgreich das „Wasser des Lebens“

Keine einzige Weißpappel ist in Alberndorf anzutreffen, obwohl deren mittelalterliche Bezeichnung „alber“ dem Dorf den Namen gegeben hat. Stattdessen liegt ein markanter Duft in der Luft. Er stammt von einer Whisky-Destillerie und erinnert an die schottischen Highlands. Peter Affenzeller hat sich hier den Lebenstraum einer eigenen Whisky-Erzeugung erfüllt.

Wir treffen auf einen bemerkenswerten Unternehmergeist in der Region Gusental, in der steinzeitliche Funde schon vor 4500 Jahren auf eine Besiedlung hinweisen. Auf dem elterlichen Bauernhof, der „Seppn-Ranch“, wurde Affenzeller schon zu Kinderzeiten für das Schnapsbrennen begeistert. Mit 18 Jahren begann der 32-Jährige, Getreide in seine reinste Form zu veredeln, und das ist schlussendlich der Whisky.

Im Eichenfass gereift

„Gebrannt aus Getreide, vermischt mit klarem Wasser und sorgsam im Eichenfass gereift, besitzt jeder Whisky seinen eigenen und individuellen Geschmack. Ein Single Malt hat eine goldene Farbe und ist aus Gerstenmalz gebrannt. Der „Grain“ ist aus ungemälztem Roggen gebrannt und hat rauchige und speckige Nuancen.“

30 Tonnen Getreide von den eigenen Feldern werden zu 25.000 Litern trinkbarem Alkohol verarbeitet. Alle Rohstoffe wie Quellwasser und das Holz für die Eichenfässer kommen aus dem eigenen Betrieb. Die Abfälle aus der Erzeugung werden als Dünger ausgebracht. So kann der Betrieb CO2-neutral wirtschaften. Jede Woche werden so mehrere hochwertige Fässer Whisky erzeugt und – je nach Sorte – mindestens drei Jahre gelagert. Goldmedaillen bei der Spirituosen-Weltmeisterschaft „Destillata“ sowie auf internationalen Verkostungen bestätigen die Spitzenqualität.

Die Fans seines edlen Getränks sind mittlerweile auf der ganzen Welt anzutreffen. Nicht ohne Grund bedeutet das aus dem Schottisch-Gälischen stammende Wort Whisky „Wasser des Lebens“.

In dem ganzheitlich wirtschaftenden Betrieb hat auch soziales Engagement einen wichtigen Platz. Beeinträchtigte Kinder aus Diakonie und Caritas werden jedes Jahr zu einem „Kinderflugtag“ auf dem hauseigenen Hubschrauberlandeplatz eingeladen.

Roadlberg

Gestärkt mit Schmankerl aus der Region und beflügelt durch mehrere Whisky-Kostproben begeben wir uns auf einen zweistündigen Rundweg in die herbstliche Mühlviertler Landschaft. Beim Sportplatz in der Ortschaft Zeurz geht es auf dem Wanderweg A10 hinein in einen hügeligen Mischwald. Auf dem befestigten Weg fallen immer wieder die strahlend weißen Schopftintling-Pilze auf. Sie haben sich mit beeindruckender Kraft durch den harten Boden ans Tageslicht gezwängt. Auf freien Wegstücken richten sich die Blicke auf die weite Landschaft und hinunter ins Tal der Großen Gusen. Schautafeln informieren über die vielfältigen Vogelarten von Häher-, Kauz-, Specht-, Meisen-, und Finkenarten. Schließlich wird das Landschaftsschutzgebiet Roadlberg erreicht. Hier sollte man sich Zeit nehmen, einmal innezuhalten und zu hören, wie der Wind in den Bäumen raschelt, und zu riechen, wie würzig die Erde duftet. Bevor wir den Roadlberg umrunden, besteigen wir den 16 Meter hohen Aussichtsturm. Nach den 57 Stufen bietet sich auf der Plattform eine großartige Aussicht vom Sternstein über den Ötscher bis zum Schafberg.

Der idyllisch gelegene Roadlhof zwingt uns Wanderer geradezu, eine Rast einzulegen. „Alles kommt aus der Region und hat Bio-Qualität“, versichert uns Carlos Keck, der Wirt.

Josef Leitner ist Universitätslektor und besucht mit seinem Reisemobil interessante Plätze der Kultur und Natur