Die Kirche von Wallern war bis auf den letztenPaltz gefüllt

© Hermann Hanetseder

Chronik | Oberösterreich
06/22/2019

Evangelische feierten Aufbruch bei ihrem Gustav-Adolf-Fest

Die Evangelischen Oberösterreichs feierten am Donnerstag in Wallern ihren Kirchentag.

Warum wird ein kirchliches Fest in Österreich nach einem schwedischen König benannt, fragt man sich. Gustav II. Adolf hat im Dreißigjährigen Krieg die Protestanten vor dem Niedergang gerettet. Heute werden mit Spendengeldern neben evangelischen Minderheiten in aller Welt Gemeinden bei der Kirchenrenovierung oder beim Gemeindeaufbau unterstützt.

Aufbruch ist normal

„Aufbruch ist an sich normal für das wandernde Volk Gottes“, predigt Pfarrerin Gabi Neubacher aus Attersee. „Lasst uns aufbrechen, zueinander hin, zu den Menschen und zu Gott. Aus ihm kommt und lebt der Glaube, er ist Inspirationsquelle der Freude. Nehmen wir uns doch Zeit zum Hinhören! Es gilt, Zeichen zu setzen. Das kostet Überwindung, Zeit, Kraft, Mut und Demut, aber es lohnt sich“, ermutigte die Predigerin.

650 Gläubige

Dass Kirche heute notwendig und aktuell ist wie eh und je, zeigt sich an der Besucherzahl. Mehr als 650 Gläubige sind am Donnerstag aus ganz Oberösterreich nach Wallern gekommen, um gemeinsam mit 26 Pfarrern, der Oberkirchenrätin Ingrid Bachler, Landeshauptmannstellvertreterin Christine Haberlander und Bürgermeister Franz Kieslinger Gottesdienst zu feiern, Workshops zu besuchen und sich über den Glauben zu unterhalten.

Thematische Schwerpunkte

Besonders interessiert waren die Besucher an den Themen Frauen in der Kirche, die Rolle der Ehrenamtlichen, Lust oder Frust beim Bibellesen oder Kirche 2025. In einer Zeit der Überangebote gibt Kirche Orientierung und Halt, nicht nur im Glauben, sondern auch im Leben. Haberlander betonte die Bildungsrevolution durch die evangelische Kirche. Kirche sieht sie als ein engmaschiges soziales Netz, den Glauben als einen verlässlichen Partner. „Glaube ist ein Geschenk Gottes in unseren Herzen“, erinnert sie an Martin Luther.

Kabarett

Vor dem abschließenden Reisesegen gaben Imo Trojan & Oliver Hochkofler mit einem fein getunten Kabarett Impulse zum Aufbruch, begleitet von Gedanken des Wallerner Pfarrers Andreas Hochmeir.Ohne vieler Hände Arbeit gelingt ein Fest dieses Ausmaßes natürlich nicht und die Veranstalter sind hocherfreut, dass die intensiven Vorbereitungen nicht umsonst waren. Die Erwartungen der beiden ausrichtenden Pfarrgemeinden Wallern und Eferding wurden bei weitem übertroffen.

Autorin: Inge Himmelfreundpointner