Chronik | Oberösterreich
04.06.2017

Erfrischungsgetränk aus der Hollerstraube

Holunderblüten gehören zu den Sonnenkräutern und tun den Nerven und der Seele gut.

Jetzt kann man aus der Holunderblüte ein gutes Erfrischungsgetränk herstellen. Einfach in einen gefüllten Wasserkrug drei Hollerstrauben hineingeben, eventuell ein wenig Melissen- oder Brennnesselblätter und Zitronensaft dazu. Es schmeckt herrlich, und obwohl kein Zucker dabei ist, mögen dieses Getränk auch Kinder.

Bekannter ist der Holundersirup. Ich setzte auch Holunderessig an, der an unserer Salatbar gerne für Sommersalate verwendet wird. Besonders mag ich den Holunder aber als Tee. Zur Blütezeit trinke ich ihn oft in einer Mischung mit Brennnessel. Holunder hat einen sehr lieblichen, blumigen, angenehmen Geschmack, der in Teemischungen nicht überdosiert sein soll. Ich verwende jetzt die frischen Blüten, die ich derzeit auch in größerer Zahl für den Jahresvorrat trockne. Der Fliedertee, wie der Holunderblütentee auch genannt wird, regt den Stoffwechsel an, ist entzündungshemmend und ein beruhigendes, schmerzlinderndes Mittel, zum Beispiel gegen Kopfschmerzen. Die Holunderblüten gehören zu den beliebten Sonnenkräutern. Diese tragen enorm viel Sonnenkraft in sich, was den Nerven und der Seele sehr guttut. Auch für die Haut sind die Blüten ein Segen. Besonders bei sehr trockener Haut oder bei rissigen Stellen kann ich eine Holundersalbe bzw. -creme oder ein Bad empfehlen. Das Blütenbad verleiht der Haut einen strahlenden Teint. Genauso weich und pflegend wie das Bad ist auch das Gesichtswasser, das ich mir mit dem Hydrolat aus Holunderblüten selbst zubereite, und dessen angenehmen Duft ich sehr liebe.

Kindheitserinnerungen weckt das Hollerstrauben-Rezept: Backteig aus 120 g Mehl (ich bevorzuge Dinkelmehl), 3 Eiern, Prise Salz, Saft einer halben Zitrone und so viel Milch, dass der Teig schön sämig ist. Ich verwende gerne die Libuni Reismilch, die von Haus aus süßlich ist, sodass kein Zucker benötigt wird. Die Hollerstraube eintunken, etwas abtropfen lassen und in Fett herausbacken. Im Rohr etwas nachziehen lassen. Mit Zimt und Zucker bestreuen.

Monika Kronsteiner ist Kräuterpädagogin im 1. Zentrum für Traditionelle Europäische Medizin in Bad Kreuzen.