Wolfgang Adler wurde als Trainer des Jahres ausgezeichnet

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Leichtathletik
11/11/2019

Erfolgstrainer Adler: Junge Menschen lenken und formen

Wolfgang Adler wurde zu Österreichs „Trainer des Jahres“ geadelt. Von Gerhard Marschall.

„Ich fühle mich nicht als Supertrainer“, sagt einer, der soeben als Bester seines Fachs ausgezeichnet worden ist. Wolfgang Adler ist ÖsterreichsTrainerpersönlichkeit des Jahres“. Zudem ist ihm vom Europäischen Leichtathletik-Verband der „European Athletics Coaching Award“ verliehen worden.

Arbeit bedeutet nicht automatisch Erfolg

Das sei Anerkennung für jahrelange Arbeit, freut sich Adler, um sogleich zu relativieren: „Es ist im Sport nicht immer so, dass Arbeit gleichzeitig Erfolg bedeutet.“ Es brauche auch Glück. „Ich bin demütig“, sagt der 56-Jährige aus Eidenberg im Mühlviertel, und es kommt nicht kokett daher. Auch nicht sein Bekenntnis zum Miteinander. Er teilt die ihm zuteil gewordene Ehre mit seinem Team: Physiotherapeuten, Ernährungswissenschaftler, Mediziner, Psychologen. Zudem versteht er sich als „Stellvertreter für alle, die ebenso hart arbeiten, gerade auch in Sportarten, die keine große öffentliche Präsenz haben“.

Wille und Fleiß

Adler ist seit 1999 Landestrainer und leitet das Talentezentrum. Aktuell werden dort von ihm und zwei weiteren Trainern 16 Athleten betreut. Auf Talent alleine komme es freilich nicht an, entscheidend seien vielmehr Wille und Trainingsfleiß, ist Adler überzeugt: „Wenn du die Bereitschaft dazu hast, kannst du richtig gut werden.“ Verena Preiner zum Beispiel. Die Siebenkämpferin hat heuer einen neuen österreichischen Rekord (6.591 Punkte) aufgestellt und obendrein WM-Bronze gewonnen. „Ich bin der Verena unheimlich dankbar, dass ich diese Saison mit allen Erfolgen bis hin zur Medaille mit ihr erleben durfte“, sagt Adler.


Preiner gibt den Dank postwendend retour: „Ohne ihn wäre ich nicht da, wo ich jetzt bin. Es muss auch menschlich funktionieren. Wir kennen uns sehr gut und wissen, wie der andere tickt.“ Als „konsequent und zielstrebig“, beschreibt sie ihren Coach, mit dem sie seit neun Jahren zusammenarbeitet: „Für ihn gibt es das nicht, dass etwas nicht funktioniert, dass man etwas nicht kann. Wir gehen auch nie aus einem Training, ohne etwas erreicht zu haben“, erzählt sie. Und: „Der Wolfi ist einer, der sich über alles Gedanken macht.“ Wenn etwas nicht perfekt laufe, beschäftige ihn das. Preiner: „Ich glaube, er kann dann eine Nacht nicht gut schlafen.“

Respekt

„Lenken und formen“, darum gehe es ihm bei seiner Arbeit im Kern, sagt Adler. Er begleite junge Menschen auf einem Stück ihres Weges, in ihrer sportlichen wie persönlichen Entwicklung. „Das ist eine Riesenverantwortung, die ich fühle und der ich gerecht werden will.“ Im Spitzenbereich gehe es darüber hinaus um „Leistungsoptimierung bei allem Respekt vor dem Menschen“. Soll heißen: Erfolg nicht um jeden Preis. Nur wer sich wohlfühle und Freude habe, könne Bestleistungen erbringen, lautet Adlers Credo. Dennoch müsse man „auch dorthin gehen, wo es unangenehm ist“, bringt er den Zusammenhang von Trainingsqual und Erfolg auf den Punkt: „Weltspitze wirst du nicht auf der Couch.“

Sportwissenschafter

Adler ist Sportwissenschaftler mit Trainerdiplom. Theorie sei wichtig, aber nur das eine. „Entscheidend ist nicht alleine das Fachwissen, sondern auch, wie man es vermittelt.“ Die Information müsse bei den Athleten ankommen. Und das sei individuell zu gestalten. Nicht zuletzt aus seiner aktiven Zeit als Leistungssportler weiß er, worauf es ankommt.

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