Mit Board und Paddel auf dem Traunsee unterwegs

© PETER SCHERB

Chronik Oberösterreich
08/11/2019

Entspannung, Sport und Action auf dem Board

Stehend auf dem Wasser, ohne große Vorkenntnisse – der Hype um den Trendsport Stand Up Paddeln scheint ungebrochen.

von Claudia Stelzel-Pröll

Es ist einfach, es ist cool, es ist Bewegung auf und mit dem Wasser und es macht Spaß: Nicht umsonst tummeln sich seit drei, vier Jahren immer mehr Menschen auf Boards mit Paddeln in der Hand: Stand Up Paddeln (SUP) heißt der Hype, der nicht abreißen, sondern sich zum etablierten Wassersport entwickeln wird, geht es nach Mario Schimpl-Herzog. Der 39-Jährige Lasberger ist seit mehr als 20 Jahren im Boardsport aktiv, das Stand Up Paddeln hat es ihm angetan. Deswegen leitet er das SUP-Center in OÖ, bietet Kurse für Einsteiger und Fortgeschrittene, sogar Yoga auf dem Board, Firmenevents und vieles mehr an.

Und man kann den Sport, je nach Lust, Laune und körperlicher Fitness in verschiedenen Ausprägungen betreiben: „Es gibt die, die sich einfach zum Entspannen aufs Board stellen, weil es ihnen taugt. Und es gibt natürlich auch die, die es extremer betreiben, sei es in wildem Gewässern oder sogar bei Wettkämpfen und Meisterschaften“, erklärt der Profi.

Prinzipiell sei das Stehen auf dem Board selbst schon Training: „Die Wellenbewegungen des Wassers müssen durch die Tiefenmuskulatur ausgeglichen werden, das ist echt gesund.“ Ein anfängliches Zittern der Beine, die dieses Ausgleichen nicht gewöhnt sind, lege sich schnell.

Unkompliziert

Um sich selbst den Einstieg zu erleichtern, sei es auf jeden Fall gut, einen Einsteigerkurs zu belegen: „Da lernt man die korrekten Bewegungsabläufe, kann verschiedene Boards ausprobieren und hat danach sicher ein gutes Gefühl für den Sport.“

Geheimtipps

Was sind denn die Geheimtipps des Profis fürs Stand Up Paddeln in Oberösterreich? Welcher See, welcher Fluss ist geeignet? „Das verrate ich nicht, sonst wäre es ja kein Geheimnis mehr“, lacht Schimpl-Herzog. „Nein, Scherz beiseite, es macht überall Spaß und jeder kann sich seinen persönlichen Platz suchen, wo es ihm oder ihr besonders taugt. Ich bin gerne auf dem Attersee und dem Traunsee unterwegs. Genauso auf der Enns, der Traun und der Donau. Auf letzterer muss man aber schon geübt und vorsichtig sein, denn die Strömung ist stark und es sind viele Boote und Schiffe unterwegs.“

www.sup-ooe.at

Kurs für Einsteiger

„Seit es aufblasbare Boards gibt, die sich klein zusammenlegen und überallhin mitnehmen lassen, ist die Faszination ungebrochen. Es ist ein total unkomplizierter Sport, es kann sich der Achtjährige genauso aufs Board stellen wie die 82-Jährige“, sagt Schimpl-Herzog. Überall auf der Welt gleiten die Boards derzeit übers Wasser, weil es einfach eine breite Zielgruppe dafür gibt.

Es muss auch nicht sofort die komplette Ausrüstung gekauft werden. Wer mag, borgt sich das Equipment zuerst einmal aus (Infos zu Verleihstellen im Artikel rechts auf S. 9).

Das Besondere daran: Man ist beim Stand Up Paddeln nicht von äußeren Umständen abhängig, braucht keinen Wind, keine Wellen, sondern einfach nur Wasser.

Infos und Fakten für Interessierte


Ausrüstung: Preislich muss man bei vernünftigem Material mit mindestens  500 € rechnen, sagt Mario Schimpl-Herzog vom SUP-Center in OÖ.
Verleih: Die Boards inklusive  Paddel kann man sich natürlich  probeweise ausleihen, etwa beim Austria Camp am Mondsee (stundenweiser Verleih) oder bei scubaboard in Linz (Stockhofstr. 9). Dort beträgt der Tagestarif für Board plus Paddel  29 Euro, es gibt spezielle, günstigere Wochenend-Tarife. Bei scubaboard gibt es auch Beratung von Profis.
Kurse: Der zweistündige Basiskurs findet beim Kajak-Center im Linzer Winterhafen statt und kostet mit Leihausrüstung 59 €. Inhalt: Theorie, Praxis und freies Fahren.
Alle Infos zu den  Kursen, die online gebucht werden können, zu SUP-Yoga, zum Verleih und zu vielem mehr finden sich auf www.sup-ooe.at oder telefonisch unter 0677/620 927 90.

Paddeln als Großstadt-Event

Jedes Jahr im Sommer wird die Fontanka, der linke Arm der Newa in St. Petersburg, zur Bühne. Beim Stand Up Paddel-Festival reicht es den Teilnehmerinnen und Teilnehmern nicht, in Massen auf dem Fluss unterwegs zu sein. Sie stellen sich in bunten, verrückten Kostümen auf die Boards und machen die Veranstaltung zu einem echten Happening.
In Hamburg waren die Wassersportler heuer ebenfalls schon unterwegs und haben in Scharen die Alster geentert.
Das größte SUP-Rennen geht heuer im Dezember in Paris über die Bühne. Tausende Paddler werden auf der Seine gegeneinander in verschiedenen Disziplinen antreten. Bei diesem Großevent mit rund 1000 Teilnehmern aus aller Welt werden  27 der 29 Pariser Brücken passiert.