Die Wallfahrtskirche mit dem prächtigen Schlingrippengewölbe

© Josef Leitner

Chronik Oberösterreich
04/22/2019

Ein Pilgerweg mit Frühlingsgenuss

Thalheim bei Wels: Historischer Pilgerweg führt durch die Traunauen zur Wallfahrtskirche Maria Schauersberg.

Dass sich Frühlingsgenuss in Verbindung mit einer Wallfahrt auch in Stadtnähe erleben lässt, zeigt ein Besuch in Thalheim bei Wels. Amtsleiter Leo Jachs empfiehlt als Ausgangspunkt das Welser Hallenbad, da es eine gute Parkmöglichkeit bietet. Der nahe Museumssteg führt uns über die Traun ins Ortsgebiet von Thalheim. Dem gelben Richtungspfeil folgend geht es dem munter dahinfließenden Gewässer entlang. Von der Uferböschung blitzen Buschwindröschen und Dotterblumen herauf. Nicht zufällig ist dieser Weg gleichzeitig ein historischer Pilgerweg. Geradezu biblisch in einer grünen Au wandelt man dann im folgenden Wegstück. Überall hat der junge Bärlauch die Aulandschaft entlang des Flusses grün gefärbt und die Luft mit einem markanten Knoblauchduft erfüllt.

500 Jahre alt

Schließlich taucht auf einer Anhöhe das hochaufragende Gebäude der Wallfahrtskirche Maria Schauersberg vor uns auf. Die spätgotische Kirche wurde genau zu der Zeit geweiht, als Christoph Kolumbus Amerika entdeckte, also vor mehr als 500 Jahren. Pfarrer Pater Wolfgang kennt die Hintergründe des ungewöhnlichen Namens: „Ursprünglich befand sich hier wohl eine römische Befestigung und später eine Kapelle. Nach einer Sage geht die Errichtung des „ritterlich wehrhaften“ Gotteshauses mit achteckigem Turm auf eine wundersame Heilung zurück, bei der Graf Sigmund von Pollheim von der Gicht befreit wurde.

Heiliger Leonhard

Im Inneren beeindrucken das Schlingripppengewölbe und die hochbarocke Madonna. Auf ein reges Pilgerinteresse ist wohl auch der Altar des Hl. Leonhard gestoßen. Er war im Alpenvorland sehr beliebt und soll bei vielen Nöten geholfen haben. Beim Altar angebrachte Bilder berichten von „Hilfe in allen Hausnöthen, Hilfe in Leibesmängeln und Erlösung aus dem Gefängnis“. Erst später wurde der Heilige zum Viehpatron.

 

Der Rückweg führt auf dem Pilger-Rundweg wieder zurück hoch über dem darunter fließenden Aiterbach. Die „Kreuzsäule“ am Wegrand verweist auf das Jahr 1697, wo offensichtlich ein reger Pilgerstrom hier vorbeizog.

Auf dem Bodenlehrpfad

Auf den nächsten 400 Metern betrachten wir mit Interesse die Schautafeln des Bodenlehrpfades. So erfahren wir, dass Moorboden nur ein Fünftel des Gewichtes eines mineralisch verdichteten Bodens hat und dass sich manche Regenwürmer bis zu drei Meter tief durch die Erde graben. Unbeeindruckt von diesen Erkenntnissen bemühen sich in einem nahen Tümpel zwei prächtig schillernde Entenmännchen um die Gunst eines Weibchens. Noch ist nicht zu erkennen, wer von beiden das Rennen macht und der glückliche Bräutigam wird.

Schließlich taucht der schwarze Kubus des Museums Angerlehner vor uns auf. An den Wochenenden ist es geöffnet und bietet einen inspirierenden Abschluss der eineinhalbstündigen Rundwanderung, die über den Museumssteg wieder zum Ausgangspunkt führt.

 

Josef Leitner ist mit seinem Pepimobil regelmäßig in Oberösterreich unterwegs, um die spannendsten Plätze ausfindig zu machen.

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