Die Renaissance des Holz-Eisstocks
Josef Pichler in seiner Werkkstatt.
Die Kälte verhilft dem Eisstock zur Renaissance. Zur Freude von Josef Pichler aus Schardenberg. Der 79-Jährige drechselt seit 1974 Eisstöcke aus dem Holz von Birnbäumen, das er von Bauern aus der Umgebung bezieht.
Aber auch Linde und Pappel sind dafür geeignet. Der Stutzel (Griff) ist aus Esche oder Birke. Der Eisenring wird schwarz lackiert. Pro Saison stellt Pichler rund 30 Stück her, es waren aber auch schon einmal 70. Ein Männerstock wiegt exakt 5,15 Kilogramm, ein Damengerät 3,80 bis 4,20 Kilo, je nach Körperaufbau. Drechselbank, Bandsäge, Hobelmaschine und Kreissäge sowie gut geschliffene Drechselmesser gehören zu Pichlers Werkzeug. Besonderen Wert legt der ehemalige Dreher auf verleimte Hölzer. Diese müssen trocken und gut abgelagert sein. Für einen Holz-Eisstock mit geschliffener, gewachster und polierter Oberfläche, farblos oder bunt lackiert, braucht der Hobbydrechsler bis zu vier Stunden. Ein Stück kostet 85 Euro.
Seit ein paar Jahren fertigt der Pensionist auch Schnapskarusselle mit Drehgriff an. Hier gehören neben Zirben- auch Lärchen-, Fichten-, Birnen- und Kirschbaumholz zu seinen Werkstoffen. Auf Wunsch werden die hochprozentigen Rondelle dunkel gebeizt und mit Inschriften verziert oder eingebrannt. Auf Pichlers runden Sachen finden verschiedene Flaschengrößen – vier oder sechs 0,5-Liter- oder sechs 0,35-Liter-Flaschen – Platz. Für ein Schnapskarussell braucht der leidenschaftliche Drechsler einen Tag. Brotdosen aus Zirbenholz, in denen das Brot länger frisch bleibt, runden seine Drechselarbeiten ab.
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