Denkmayr (Saxophon), Szelegowitz (Trompete), Kreisbichler (Schlagzeug), Schwärzler (Tuba) sind auch auf der Bühne erfolgreich

© Blechsalat/WhyT photography

Chronik Oberösterreich
03/04/2019

Die Liebe zur Straße währt ewig

Das Brass-Quartett "Blechsalat" aus der Stahlstadt Linz spielte bereits für den Botschafter in London

von Michaela Greil

Die große Leidenschaft von „Blechsalat“ ist die Straßenmusik. „Die größten Herausforderungen dabei sind, einfach loszuspielen und das Bemühen um die Gunst der Menschen, mit ihnen auf eine persönliche Ebene zu kommen“, sagt Rafael Denkmayr (27). Als Saxophonist liefert er mit seiner Combo „Blechsalat“ Brass aus der Stahlstadt Linz mit kleinen Choreografien.

Teil des Quartetts ist der Schlagzeuger Alexander Kreisbichler (26) aus Linz. Der gebürtige Gunskirchner ist Pflegeassistent mit Schwerpunkt Altenarbeit. Tubist Dario Schwärzler (26) aus Oftering studiert in Wien Lehramt Mathematik und Musik. Paul Szelegowitz (26) aus dem niederösterreichischen Haag lebt in Wien. Er ist freier Mitarbeiter beim ÖBV-Verlag und vervollständigt die Brassband als Trompeter. Von der Straßenmusik leben zu können, wäre möglich, aber „es ist noch ein Stück Arbeit“, meint Denkmayr. Der gebürtige Lichtenberger lebt in Linz und arbeitet als psychiatrischer Krankenpfleger.

Begonnen hat Blechsalat in der Linzer Kaderschmiede Pop-BORG in der Honauerstraße. „Blechbläser sind dort selten, man lernt sich schnell kennen“, erzählt Szelegowitz. „Unser Lehrer Stefan Moll, der auch im Landesmusikschulwerk unterrichtet, hat eine Brassband mit allen Bläsern zusammen gewürfelt.“ Erweitert um Bläser aus den Musikschulen zu einer „riesigen Musikkapelle“ war der erste Auftritt beim Linz Marathon 2011. „Danach haben wir uns abgekoppelt und Straßenmusik gemacht.“

Musikalische Reise

Mehrere Auftritte in der Linzer Landstraße gezeigt, dass die Combo gut funktioniert. Die Genehmigung für Straßenmusiker hat beim Magistrat damals 14,30 € pro Tag gekostet. Heute liegt der Preis bei 30,70 €. Eine Reise mit dem Zug durch Österreich hat die Gruppe zusammen geschweißt. „Wir haben an verschiedenen Plätzen gespielt und festgestellt, dass man damit für Konzerte engagiert wird.“ Sie ließen sich nicht von grantigen Kommentaren einschüchtern. Positive Rückmeldungen spornten sie an weiter zu machen.

Das Herrenquartett „Blechsalat“ sorgt mit Brass-Sound vom Feinsten für gute Stimmung

Das erste größere Konzert auf einer Bühne fand 2013 im Linzer Musikpavillon statt. Der erste gebuchte Auftritt war im Alberndorf im Mühlviertel. Ihre größte Reichweite hat die Band in Oberösterreich. Ihre Auftritte brachten sie zu Straßenfestivals quer durch Österreich, in die Schweiz und ins deutsche Werne an der Lippe (Nordrhein-Westfalen). 2015 folgten sie der Einladung, in der österreichischen Botschaft in London zu spielen. Diese Reise und ein ausverkauftes Posthof-Konzert als Vorband der „Folkshilfe“ sind Highlights der Band. In bester Erinnerung bleiben die Pflasterspektakel in Linz. Im Juli 2018 erschien ihr erstes Album mit zehn Arrangements aus der Popgeschichte. Derzeit entstehen eigene Lieder. Am 5. 3. sind sie am Welser Stadtplatz zu hören (15 Uhr).
www.facebook.com/BlechsalatLinz

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