Chronik | Oberösterreich
23.03.2018

Der Riesen-Penis ist wieder da

Oberösterreichische Gemeinde versteigerte Phallus-Skulptur nicht. Verstoß gegen Compliance-Regeln.

Sie wurde nicht - wie geplant - versteigert und steht daher immer noch: jene zwei Meter hohe Phallus-Statue in Traunkirchen (Bezirk Gmunden), die in der Karwoche 2017 wegen ihrer Platzes nahe dem Kreuzweg für Aufregung gesorgt hatte. Derzeit wird der Riesenpenis erneut mit einer gelben Plane verhüllt, teilte der Besitzer Jürgen Hesz auf Anfrage der APA am Freitag mit.

Die Gemeinde hat im vergangenen Jahr das auf 80.000 Euro geschätzte Stück nicht versteigert. Den Erlös wollte Hesz dann dem Ort spenden, so das ursprüngliche Vorhaben. Doch die SPÖ sah rechtliche Bedenken, ortete einen Verstoß gegen Compliance-Regeln. Bürgermeister Christoph Schragl (ÖVP) teilte nun mit, dass sich die Gemeinde daher von dem Plan verabschiedet habe: "Wir nehmen weder Penis noch Spenden", sagte er am Freitag.

Phallus Traunkirchen

Nun will der Antiquitätenhändler die Statue auf einem Flohmarkt in Wien versteigern lassen. Demnächst solle sie aus dem Vorgarten seiner Villa am Kalvarienberg abtransportiert werden. "Vielleicht geht es sich noch bis nächste Woche aus", meinte er. Wenn nicht, bleibt der Stein des Anstoßes wie im vorigen Jahr auch heuer über Ostern bedeckt.

Anlässlich der Karfreitagsprozession hatten sich im vergangenen Jahr Gläubige beschwert, dass ihr Weg an dem Phallus vorbeiführe. Hesz gab unumwunden zu, provozieren zu wollen, lenkte dann jedoch ein - wenn auch nicht ganz ohne eine weitere kleine Spitze. Er ließ eine leuchtende Plane zum Verhüllen fertigen, versehen mit einem Spruch von Friedrich Nietzsche: "Gelobt sei, was hart macht".