Basilika am Pöstlingberg ist ein Wahrzeichen von Linz

© Josef Leitner

Chronik Oberösterreich
01/13/2019

Der Blick reicht bis in die Alpen

Der Hausberg der Linzer lockt mit seiner grandiosen Sicht. Die Wallfahrtsbasilika ist ein beliebter Hochzeitsort.

Viele Wege führen auf den 539 Meter hohen Hausberg der Linzer. Wir wählen den bequemsten, den mit der Pöstlingbergbahn. Seit 2009 startet diese am zentralen Linzer Hauptplatz. Gemächlich gleiten wir über die Donau in den Stadtteil Urfahr, um dann ordentlich steil nach oben zu fahren.

Stadtführerin Silvia Mayr-Pranzeneder kennt die bemerkenswerte Geschichte: „Bei ihrer Erbauung im Jahr 1898, also vor bereits 120 Jahren, war die Bahn ein technisches Wunderwerk. Sie fand im Guinness Buch einen Platz als die steilste Adhäsionsbahn der Welt. Selbst heute ist sie noch die steilste Bahn ihrer Bauart in Europa.“ Das aktuelle Design der Waggons findet eine harmonische Verbindung von Nostalgie und Moderne. In nur 20 Minuten überwinden wir nach drei Kilometern Fahrt 255 Höhenmeter und erreichen die Bergstation.

Schutz vor Napoleon

Ohne uns dessen bewusst zu sein, sind wir mitten in einer Befestigungsanlage gelandet. Die von Maximilian Joseph von Österreich-Este vor 180 Jahren vollendeten Befestigungstürme, die Linz vor einem Angriff Napoleons schützen sollten, hatten den Hauptstützpunkt auf dem Pöstlingberg. Fünf Türme und eine Warte als Eingangstor bildeten das Fort. Wie die Militärstrategen von früher überblicken wir den gesamten Linzer Raum, wo allerdings heute wohl zehnmal so viele Menschen wohnen. Ein einmaliger Aussichtspunkt, der Blicke weit in die Alpen bis zum Ötscher bietet.

Um die Monumentalität der Befestigungsanlage kennenzulernen, begeben wir uns auf einen Promenaden-Weg, der um die gesamte Anlage herumführt. Eine winterfeste Hirschfamilie besiedelt den Befestigungsgraben und lässt sich durch uns Besucher nicht stören. Flankiert von uralten Buchen überqueren wir den Graben auf einer Brücke. Die mehrere Meter dicken Rundmauern sind perfekt restauriert und liegen von einer Schneeschicht bedeckt in winterlicher Ruhe vor uns. Nach einer halbstündigen Wanderung erreichen wir wieder den Ausgangspunkt. Immer wieder fällt der Blick auf die beiden Türme der Kirche am höchsten Punkt des Berges. Fast gewinnt man den Eindruck, das mächtige Fort hatte auch das Ziel, diesen besonderen spirituellen Ort zu schützen.

Bereits im Jahr 1720, also 100 Jahre vor der Errichtung der Türme, begann hier die Verehrung einer wundertätigen Holzfigur Mariens. Eine Holzkapelle wurde errichtet, in der ein Eremit wohnte.

Starhemberg stiftete

Joseph Gundomar Graf Starhemberg stiftete daraufhin eine Kirche, die im Jahr 1786 in barocker Pracht vollendet wurde. Man muss schon genau hinschauen, um in der heutigen Wallfahrtsbasilika inmitten von viel Gold und Engelschar die Pieta mit der gekrönten Maria zu entdecken, das Schwert in ihrer Brust als Erinnerung an die Sieben Schmerzen Mariens. Die vielen Devotionalen in der Votivkapelle zeugen von der lebendigen Wallfahrtstradition. Unzählige Brautpaare haben hier schon ihre Hochzeit gefeiert. Wohl auch aufgrund der exponierten Lage oberhalb von Linz gilt dieser Ort als das Wahrzeichen von Linz. Auch der Dichter Hermann von Gilm war verzückt, als er schrieb: „O Pöstlingberg, du Landeshort. Du Perle der Provinz. Du Segensquell und Gnadenort. Akropolis von Linz.“ Josef Leitner