Die Aussichtsplattform "Donau am Berg" in Kirchberg ob der Donau

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Chronik Oberösterreich
06/24/2021

Das etwas andere Oberösterreich suchen

Die Broschüre „Entdecken und Staunen“ gibt eine Vielzahl an Ausflugstipps abseits des Massentourismus. Von Gerhard Marschall.

„Genießen im Ort ist ein Modell, das sehr stark im Kommen ist“, ist Agrarlandesrat Max Hiegelsberger (ÖVP) überzeugt. Dieser Trend sei nicht zuletzt während der Corona-Pandemie angeschoben worden. In dieser Zeit der Einschränkungen habe sich viel Sinn für Regionalität entwickelt. Dabei gehe es aber nicht nur darum, wo ein Produkt herkomme, sagt Hiegelsberger: „Viele wollen wissen, wer dahintersteht.“

215 Ziele

Diesem Bedürfnis kommt die Broschüre „Entdecken und Staunen“ nach, in der 215 Ausflugsziele abseits der gut beworbenen, bekannten und viel besuchten Orte präsentiert werden. Der Bogen ist thematisch und geografisch weit gespannt, reicht vom Themenpark Kaolinum in Allerheiligen im Mühlkreis bis zum Keltenbaumweg in St. Georgen im Attergau, von der Zillen-Erlebnisfahrt auf der Donau bis zur Glas-Erlebnis-Welt in Schwanenstadt, vom Römerrundweg in Enns bis zum Schoko-Laden Pühret in Neustift im Mühlkreis, vom Gewürzkino Schneiderbauer in Lambrechten (Bez. Ried) bis zum anspruchsvollen Drachenwand-Klettersteig in St. Lorenz bei Mondsee. Anders gesagt: Die Broschüre gibt Tipps, wie sich Oberösterreich von einer anderen Seite und in seiner ganzen Vielfalt kennenlernen lässt.

Der Ausflugsführer wurde in einer Auflage von 35.000 Stück von der Abteilung Land- und Forstwirtschaft des Landes, Oberösterreich Tourismus und den 20 LEADER-Regionen herausgegeben. Er ist kostenlos und liegt in allen LEADER-Büros auf, Bestellung auch über www.leader.at. Zudem sind alle Tipps unter www.ausflugstipps.at/leader zu finden. Viele dieser Ausflugsziele sind aus regionalen Initiativen heraus entstanden, mit dem Ziel, mit attraktiven Angeboten Publikum anzusprechen und zum Besuch zu animieren.

Innovationsgeist

Regionalität könne nämlich kein Selbstzweck sein, sondern müsse sich letztendlich rechnen, argumentiert Hiegelsberger. „Die Stärkung des ländlichen Raumes kann nur stattfinden, wenn Wertschöpfung entsteht.“ Exakt hier setzt LEADER an, ein Förderprogramm von EU, Bund und Land, das regionale Entwicklung stärken sowie Arbeitsplätze erhalten oder schaffen will. In Oberösterreich gibt es 20 LEADER-Regionen, die 409 der 438 Gemeinden abdecken. Bei den eigenständig organisierten Vereinen liegen Themen- und Budgethoheit. Die Projekte müssen aus der jeweiligen Region heraus entstehen und von dieser auch getragen werden. Vernetzung und eine breite Teilnahme der Bevölkerung sind zentrale Ziele.

721 der geförderten Projekte erfolgen mit Bürgerbeteiligung, leben also vom Innovationsgeist und vom Engagement der Menschen. Selbstorganisation und Partizipation sollen angeregt werden. Zurzeit arbeiten rund 1.600 Ehrenamtliche in den diversen Projekten mit. Seit 2014 wurden in Oberösterreich 1.165 LEADER-Projekte mit insgesamt rund 90 Mio. € und im Durchschnitt 37.600 € gefördert. Das Land stellt für heuer und nächstes Jahr zusätzlich 14,5 Mio. € zur Verfügung.

Österreich-Premiere

Mit einem aktuellen LEADER-Projekt machen 37 Gemeinden im Bezirk Braunau einen großen Schritt in die Zukunft. Ihre wichtigsten Gebäude und Orte – Gemeindeamt, Kindergarten, Schule, Sporthallen, Ausflugsziele – werden digitalisiert und somit virtuell begehbar gemacht. Auch Betriebe, Geschäfte, Gastronomie werden digital erfasst. Zu den Bildern gibt es vielfältige Informationen. Der Vorteil: Man kann via PC, Tablet oder Smartphone die Gebäude betreten, sich darin bewegen, Videos anschauen, digitale Amtstafeln anklicken, in Online-Shops einkaufen, Speisekarten studieren, einen Tisch oder ein Zimmer reservieren und vieles mehr. „Dahoam aufblian in 3D“ heißt das einzigartige Projekt der LEADER-Region Oberinnviertel-Mattigtal. Obmann Ferdinand Tiefnig sieht in der Vernetzung „die einzigartige Chance, die Attraktivität der Region als Wirtschafts- und Wohnungsstandort zu steigern“. Geschäftsführer Florian Reitsammer: „Es entstehen völlig neue Kontaktmöglichkeiten. Nicht der Bürger kommt zur Gemeinde, sondern die Gemeinde kommt zum Bürger.“

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