Die neue LASK-Arena auf der Linzer Gugl

© RAUMKUNST ZT GmbH/Vukasin Vukas

Fußball
12/08/2020

Cremetorte statt Guglhupf

Die Kosten des neuen LASK-Stadions sind noch tabu, das Land zahlt jedenfalls 30 Millionen Euro. Von Gerhard Marschall.

Der FC Barcelona mit Johan Cruyff war auf der Linzer Gugl zu Gast, ebenso Inter Mailand. 33.000 Menschen pilgerten 1962 auf den heiligen Berg und sahen sechs Tore: LASK gegen Wiener Sport-Club 3:3. Noch mehr – an die 40.000 – waren da, als Michael Jackson ein Open-Air-Konzert gab. Hier machte US-Sprintstar Carl Lewis auf seiner Abschiedstournee Station, wurden Weltmeisterschaften im Feldhandball und im Faustball ausgetragen, traten David Bowie, Pink, Genesis auf …

Abriss im Jänner

Im Linzer Stadion war allerhand los. 1952 wurde es er- und in der Folge mehrmals umgebaut, seinen Siebziger erlebt es nicht mehr. Im Jänner beginnt der Abriss, der Abschied wird eher trist ausfallen. Am 16. Dezember findet das letzte Spiel statt: Der LASK trifft im ÖFB-Cup vor leeren Rängen auf den Viertligisten ASK Elektra Wien. In eineinhalb Jahren soll hier die neue LASK-Heimstätte entstehen, die mehr als ein Stadion mit gut 20.000 Sitzplätzen sein soll.

Multifunktionell

„Der Reiz liegt in der zeitgemäßen vielfältigen Nutzung“, sagt Architekt Harald Fux vom Büro Raumkunst in Wien. Multifunktionalität entspreche dem internationalen Trend. So stünden in England moderne Stadien nie wirklich still, weil dort mehr als nur Fußball alle zwei Wochen geboten werde. Nach diesem Vorbild soll etwa im neuen Stadion für die medizinische Abteilung des Klubs ein allgemein zugängliches Ärztezentrum mit Operationssaal angesiedelt sein. Ein „Stadion für alle“ soll es laut Fux werden, „familien- und frauenfreundlich“. Gastronomie und einen Kindergarten soll es geben. Auch eine Hauskapelle. Dort können LASK-Fans nicht nur den Fußballgott anbeten, sondern auch heiraten – die Braut am besten in Schwarz-Weiß. Und sollte es tatsächlich auch ein Mini-Hotel geben, könnten die Frischvermählten die Hochzeitsnacht an Ort und Stelle verbringen.

„Wir planen das beste Stadion für diesen Standort“, sagt LASK-Kommunikationschef David Obererlacher. Die Gugl sei ein exponierter Ort, vom Stadtzentrum leicht zu Fuß erreichbar. „Nur ein Restaurant könnte eventuell gar nicht reichen“, vermutet Obererlacher. Er bescheinigt dem Planer ein gutes Gespür für den Standort. Im Laufe der Zeit sei das Oval durch Zubauten den Anrainern immer näher gerückt, sagt Fux. Das werde jetzt korrigiert, indem man aus der bisherigen Achse rücke. Zugleich werde die Kubatur zu den Nachbarn hin auf das Notwendige reduziert.

Eröffnung Mitte 2020

Mitte 2022 soll die Arena eröffnet werden. „Man kann und muss es in der Zeit machen, aber es ist hochsportlich“, sagt der Architekt. Er sieht in dem Projekt nicht zuletzt einen demokratiepolitischen Aspekt: „Da steckt viel Steuergeld drinnen, deshalb gehört es allen und soll auch allen etwas bieten.“ Der Landtag hat vergangenen Donnerstag 30 Millionen Euro Förderung beschlossen. Die Gesamtkosten nennt der LASK jedoch nicht. „Absichtlich noch nicht“, sagt Obererlacher. Zurzeit laufe die Ausschreibungsphase, potenzielle Anbieter sollen nicht wissen, wie viel Geld im Pott ist.

Deutlich mehr als 60 Millionen

Ursprünglich war vage von 60 Millionen Euro die Rede gewesen. Die bisher aufgelisteten Wünsche dürften diese Summe deutlich übersteigen lassen. „Es könnte mehr werden, wenn man sich mehr leistet“, sagt Obererlacher. Gerüchteweise schwirren 80 Millionen herum, diese Summe soll vom Land nicht akzeptiert worden sein. Jedenfalls müssen Abstriche gemacht werden, etwa wird es einen unterirdischen Verbindungsgang zum Olympiazentrum nicht geben.

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