Rund 30 Prozent der Bevölkerung denkt darüber nach, sich gegen Influenza impfen zu lassen

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Chronik Oberösterreich
09/20/2020

Chronisch Kranke und Ältere sollen zuerst geimpft werden

Influenza-Impfung wird stark nachgefragt: Mediziner fordern, älteren Menschen mit chronischen Krankheiten den Vortritt zu lassen.

von Claudia Stelzel-Pröll

In den vergangenen Jahren war sie das „Sorgenkind“, bekam wenig Aufmerksamkeit und Akzeptanz. Heuer hat hingegen ihre große Stunde geschlagen, die Beliebtheit steigt, die Nachfrage ist groß. Die Rede ist von der Influenza-Impfung. Mussten letztes Jahr noch mehr als 20.000 Dosen in Oberösterreich unbenutzt entsorgt werden, könnte es heuer knapp werden.

„Ja, es gibt bereits Wartelisten und glaubt man Umfragen, denken rund 30 Prozent der Bevölkerung daran, sich impfen zu lassen. Wie viele es dann tatsächlich tun werden, lässt sich derzeit nur schwer abschätzen“, sagt Thomas Veitschegger, Präsident der oö. Apothekerkammer.

Besseres Image

Rund 100.000 Dosen des Grippe-Impfstoffes stehen dieses Jahr zur Verfügung, das sind beinahe doppelt so viele wie im Vorjahr.

„Die Impfung hat nun sicher ein besseres Image, viele Menschen haben sich verstärkt informiert und sehen nun, dass es sich um einen sinnvollen Schutz für den Einzelnen und auch für die Allgemeinheit handelt“, erklärt Bernd Lamprecht, Vorstand der Klinik für Lungenheilkunde am Linzer Kepleruniklinikum.

Bei einer Knappheit sei es natürlich sinnvoll, gewisse Risikogruppen vorrangig mit dem Impfstoff zu versorgen: „Das sind speziell Menschen, die älter als 65 Jahre sind und chronische Krankheiten haben. Und natürlich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gesundheitssystem. Denn diese Personengruppe hat direkten Kontakt zu besonders schutzbedürftigen Menschen. Da sollte auf keinen Fall eine Übertragung erfolgen.“

Die jährliche Grippewelle selbst könnte heuer vielleicht sogar wesentlich schwächer ausfallen als gewohnt:„Alle Hygienemaßnahmen, die für Corona gelten, verhindern auch eine Ansteckung mit der Influenza. Also Mund-Nasenschutz, Abstand und die entsprechende Handhygiene einhalten. Denn der Übertragungsweg ist bei beiden Infektionen derselbe“, erklärt Lamprecht, und: „Bis dato liegt die Durchimpfungsrate mit dem Influenza-Impfstoff bei 8 Prozent der Bevölkerung, heuer könnten wir erstmals leicht zweistellig werden.“

Die Verteilung des bestellten Impfstoffes erhitzt derzeit die Gemüter: „Wien hat sich 350.000 Dosen gesichert. Es ist ja auch Wahljahr. Und das möchte ich sehen, ob das wirklich alles verimpft wird“, sagt Thomas Veitschegger.

Weltweites Gerangel

Es wäre ein Desaster, wenn in einem Bundesland Impfdosen entsorgt werden würde und woanders gibt es Engpässe, sagt auch Bernd Lamprecht: „Dieses Gerangel zeigt bereits, was sich auf dem Weltmarkt abspielen wird, wenn es dann seriöse Impfstoffe gegen Covid-19 gibt“, so der Primar , der im ersten Quartal 2021 mit mehreren, fertig entwickelten Covid-19-Impfstoffen rechnet.

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