Chronik | Oberösterreich
25.03.2018

Brundibár: Theater von Kindern für Kinder

Kinderoper. Wenn Kinder füreinander Theater spielen, siegt das Gute über das Böse.

Kinderoper.

Wenn Kinder füreinander Theater spielen, siegt das Gute

über das Böse. „ Brundibár ist ein zeitloses Stück über Solidarität und Freundschaft“, meint Kapellmeister Martin Braun im Gespräch mit dem KURIER. Premiere der Oper für Kinder ab acht Jahren ist am Samstag, 31. März in der Foyerbühne des Linzer Musiktheaters.

Die Geschichte scheint einfach zu sein: Zwei Kinder, Pepíček und Aninka, wollen singend ein wenig Geld verdienen, um ihrer kranken Mutter zu helfen. „Die beiden Kinder sehen den Leierkastenmann Brundibár und meinen, dass sie das auch können“, erzählt Braun. „Aber, er will sie verjagen. Um gegen ihn eine Chance zu haben, müssten sie viel mehr Kinder sein.“ Mit Hilfe ihrer menschlichen und tierischen Freunde gelinge es ihnen, ihn zu verjagen. „Die Kinder singen, bekommen Geld und können ihrer Mutter helfen.“ Diese Geschichte über den Sieg der Kleinen und Schwachen über das Böse wurde viele Male von Kindern für Kinder im Konzentrationslager Theresienstadt aufgeführt.

Politische Dimension

Kombiniert wird Brundibár in Linz mit Zitaten aus Wilfried Hillers Theresienstädter Tagebuch . Die Lieder basieren auf Texten von Kindern aus diesem Konzentrationslager. „Das sind Texte, die unglaublich betroffen machen, wenn man sie liest“, meint Baum. Erst durch das Zusammenfügen mit dem Theresienstädter Tagebuch habe das knapp halbstündige Stück Brundibár eine enorme politische Dimension gewonnen. „Mittels die Inszenierung befreien wir das Stück weitgehend von dieser politischen Dimension“, sagt er. Die beiden Stücke würden gut zusammen passen. Intendant Hermann Schneider, der sich für die Inszenierung verantwortlich zeichnet, habe sie durch eine Szenische Klammer am Anfang und am Schluss verbunden.

Es gebe eine wunderbar passende Musik, sodass es insgesamt einfach und bildlich für alle ab acht Jahren zu verstehen sei. Das Orchester habe auch hier einen lautmalerischen Charakter. Außerdem gebe es mehrere Stellen, wo der Chor alleine a capella und ohne Begleitung singt.

Bei der Erarbeitung wurden Braun und das Produktionsteam mit zwei Herausforderungen konfrontiert: „Als ich die Texte zum ersten Mal gelesen habe, wusste ich nicht, wie ich das mit den Kindern erarbeiten soll.“ So sehr habe ihn der Stoff betroffen gemacht. Nach dem Einstudieren der Lieder durch Ursula Wincor habe man eine pragmatische Lösung gefunden. „Wir haben den Hintergrund nicht zu stark thematisiert und uns auf Aussprache und Intonation konzentriert.“ So habe er den Fokus wie geplant auf die musikalische Gestaltung legen können.

Außerdem seien die Gegebenheiten vom Licht am Aufführungsort Foyerbühne anders als jene in den Probenräumen.