Banane und Joghurt als Betthupferl

Liegt die letzte Mahlzeit länger zurück, sorgen Bananen, Cashews und Haferflocken für eine ausgeglichenere Stimmungslage © Bild: photocrew/Fotolia

Gesunder Schlaf. Die richtige Mahlzeit hilft uns, die Nacht durchschlafen zu können

Haben Sie schon vom „Käse-Albtraum“ gehört? Nein? Machen Sie sich nichts draus, auch ich habe erst heute darüber gelesen. Der Begriff „Cheese Nightmare“ wurde von britischen Wissenschaftern geprägt, die bereits 2005 in einer Studie herausfanden, dass ganze 85 Prozent der untersuchten Frauen nach einer Portion Käse direkt vor dem Zubettgehen unter Albträumen litten. Und zwar unter verrückten, exotischen und besonders lebhaften.

Falls Sie sich fragen, warum um Gottes Willen ich mich mit Käse und Albträumen befasse: In den letzten Wochen ist mir aufgefallen, wieviele meiner Patienten und auch Freunde unter Schlafstörungen leiden. Einige möchten Schlaftabletten, vor allem diejenigen, die das Gefühl haben, schon gar nicht mehr klar denken zu können. Verständlich, ein Schlafdefizit vernebelt tatsächlich unser Gehirn. Jedes noch so kleine Problem erscheint dramatisch und nebenbei bemerkt verlieren wir auch unser Sättigungsgefühl. Andere versuchen das Problem zu ignorieren. Natürlich muss man nicht aus ein paar mühsamen Nächten sofort eine Krankheit machen, aber bei wiederholten Schlafstörungen sollten Sie vielleicht Ihre Schlafsituation, Ihre abendlichen Rituale oder vielleicht sogar Ihre Lebenssituation überdenken.

Dr. Silke Kranz, Sport- und Ernährungsmedizinerin, Bad Zell
„Hungrig zu Bett gehen schränkt die Schlafqualität ein“ © Bild: Greil Michaela

Die dritte Gruppe gönnt sich abends ein gutes Glas Rotwein. Vielleicht ganz lustig, aber dauerhaft wohl keine Lösung. Außerdem hilft uns Alkohol leider nur beim Einschlafen, nicht aber beim Durchschlafen. Durch die Arbeit, die der Abbau unserer Leber bereitet, wird der erholsame REM-Schlaf beeinträchtigt. Sie können Ihren Schlaf aber mit ein paar einfachen und zusätzlich gesunden Tricks verbessern. Unser Schlaf-Wach-Rhythmus reagiert bereits ab der letzten Mahlzeit des Tages. Apropos letzte Mahlzeit: Hungrig zu Bett gehen macht keinen Sinn. In Untersuchungen konnte gezeigt werden, dass die Schlafqualität ebenso eingeschränkt ist wie nach einer großen fettreichen Mahlzeit. Übrigens führen eine generell hohe Aufnahme von gesättigten Fettsäuren sowie eine geringe von Ballaststoffen zu schlechterem Schlaf. Halten Sie sich also lieber an Gemüse und mageres Eiweiß in Form von Fisch, Huhn und Rind. Liegt die letzte Mahlzeit länger zurück, gönnen Sie sich noch eine Banane, etwas Joghurt, ein paar Cashews, Haferflocken oder trinken Sie ein Glas Mandelmilch. Die enthaltenen Elektrolyte, Vitamine und vor allem die Aminosäure Tryptophan sorgen für eine ausgeglichene Stimmungslage. Dimmen Sie ein bis zwei Stunden vor dem Schlafen gehen das Licht. Entspannen Sie bei einem Bad oder mit einem guten Buch. Verbannen Sie das Handy aus dem Schlafzimmer. Das alles führt dazu, dass der Cortisol-Spiegel im Blut sinkt und unser Körper sich endlich einmal erholen darf. Wenn Sie noch einen optischen Ansporn benötigen: Dauerhaft erhöhte Cortisol-Spiegel begünstigen dünne Haut, Dehnungsstreifen und Hautverfärbungen. In diesem Sinne: Ab ins Bett und schlafen Sie gut!

Silke Kranz ist dplomierte Ernährungs- und Sportmedizinerin und Ärztin für Allgemeinmedizin in Bad Zell

( kurier.at , silke.kranz ) Erstellt am 27.05.2018