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Chronik Oberösterreich
06/27/2020

Aufschreiben hilft beim Abnehmen

Mahlzeiten zwischendurch nimmt der Körper nicht wahr. Das Sättigungsgefühl bleibt deshalb aus

von Silke Kranz

Ärgert es Sie auch so, wenn Sie einfach nur den Wetterbericht oder das Fernsehprogramm nachsehen möchten, und es poppt eine Anzeige für eine Wunderdiät auf? Oder wenn Sie eine Zeitschrift durchblättern und mehrseitige Werbungen entdecken, die eine Gewichtsabnahme von 15 Kilogramm in zwei Wochen versprechen?

Ich denke mir dann immer, dass ich erstens nicht so viel Aufwand mit meinen Ernährungsberatungen betreiben müsste und zweitens diese gar nicht notwendig wären, wenn alle ohne Probleme innerhalb kürzester Zeit ihr Wunschgewicht erreichten. Da es aber diese Zauberdiät weder gibt noch eine Möglichkeit, solche unseriösen Versprechungen einzudämmen, arbeite ich einfach weiter.

Silke Kranz

In der vergangenen Woche sogar per Telefonkonferenz mit einer 80-jährigen Dame aus Wien, die ihre letzten 20 Lebensjahre noch schlank und aktiv genießen möchte – denn sie plant, 100 Jahre alt zu werden. Beeindruckend und motivierend!

Ernährungsprotokoll

Um mir ein Bild machen zu können, benötige ich als Erstes immer ein Ernährungsprotokoll. Über einige Tage soll alles aufgeschrieben werden, was zugeführt wird. Denn sehr häufig sind nicht riesige Portionen und deftiges Essen der Grund für Übergewicht, sondern die vielen kleinen Bissen dazwischen. Weil diese ganz nebenbei während einer anderen Aktivität stattfinden, nimmt sie unser Gehirn nicht wahr und kann deshalb auch kein Sättigungsgefühl erzeugen.

Gehirn nimmt Essen nicht wahr

Ein klassisches Beispiel ist die Mutter, die hungrig von der Arbeit heimkommt und während der Vorbereitungen für das Essen schnell ein Stück Brot isst, ein paar Scheiben Käse aus dem Kühlschrank stibitzt oder mehr von der Mahlzeit kostet, als es zur Geschmacksüberprüfung nötig wäre. Oder das halb aufgegessene Jausenbrot des Kindes aufisst. Oder das übrig gebliebene Mittagessen verputzt. Auch die Soletti zum neuesten Tatort nehmen nur die Hüften, nicht aber das Gehirn wahr. Und so kommt es beim Schreiben des Ernährungsprotokolls häufig zu Überraschungen: Entweder wird die tatsächlich aufgenommene Nahrungsmenge endlich wahrgenommen.

Aufschreiben bewirkt Abnahme

Viel öfter passiert es jedoch, dass ich den Satz höre: „Das Protokoll ist nicht aussagekräftig, weil ich durchs Aufschreiben weniger gegessen habe. Bevor ich jedes Stück Schokolade aufschreibe, verzichte ich.“ Das ist auch wissenschaftlich bewiesen – allein das Führen eines Ernährungsprotokolls bewirkt eine Gewichtsabnahme.

Erkennen Sie sich wieder? Dann versuchen Sie es einfach selbst – am besten legen Sie als zusätzlichen Ansporn auch gleich eine Spalte für Ihre tägliche Bewegung an!

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