Chronik | Oberösterreich
27.10.2018

Aufregung nach Buchvorwort von Welser FPÖ-Stadtchef

Andreas Rabl habe in einem Vorwort seinen Großvater als NS-Opfer dargestellt. Kritik kommt von SPÖ und Mauthausen Komitee.

Der Welser FPÖ-Bürgermeister Andreas Rabl soll in einem Vorwort zu einem Buch seine Familiengeschichte während der NS-Zeit verdreht dargestellt haben. Das berichtete Der Standard.

Nun hagelt es Kritik. Er habe seinen Großvater „bewusst und wahrheitswidrig in einem Buchbeitrag als NS-Opfer dargestellt, obwohl dieser ein sogenannter ,Alter Kämpfer’ war, also schon ab 1921 NSDAP-Mitglied“, erklärt die SPÖ-Sprecherin für Gedenkkultur Sabine Schatz in einer Aussendung am Samstag.

Der Großvater, Max Rabl, hatte zudem einen Führungsposten im Verlagswesen inne und verrichtete später als Offizier in der Wehrmacht seinen Dienst. „Bürgermeister Rabl verhöhnt mit seiner Falschdarstellung die Opfer des Nationalsozialismus und jene, die für ihren Widerstand mit Haft, Folter und dem Tod bezahlen mussten“, erklärt Schatz. Sie erwarte sich eine öffentliche Entschuldigung vom Bürgermeister.

Rücktrittsforderung

Eine Rücktrittsforderung in Richtung des Stadtchefs kommt vom Mauthausen Komitee (MKÖ). Der Großvater, Max Rabl, sei ein glühender Nazi gewesen. „Dafür kann sein Enkel natürlich nichts. Aber dass der FPÖ-Bürgermeister so tut, als wäre Max Rabl wegen kurzer Gestapo-Haft ein Gegner des Terrorsystems gewesen, das er in Wahrheit geholfen hat herbeizuführen, schlägt den Mauthausen-Überlebenden ins Gesicht“, sagt MKÖ-Vorsitzender Willi Mernyi.

Rabl selbst erklärte im Standard, ihm hätten Großmutter und Vater von der Haft erzählt, er selbst konnte mit dem Großvater nie reden (er starb 1964 Anm. d. Red.), da er 1972 geboren wurde. „Es stimmt, mein Großvater war schon 1921 bei der NSDAP, das eine widerspricht dem anderen nicht“, sagt der Welser Bürgermeister. Zu seinem Vorwort stünde er weiterhin.