Chronik | Oberösterreich
02.09.2018

Auch ich bin ein Fan des E-Bikes

Gerade für ältere Menschen ist diese Form des Radfahrens die optimale Lösung.

Waren es vor circa 30 Jahren die Mountainbikes, die das Radfahren wieder attraktiv und salonfähig gemacht haben, so sind es nun die E-Bikes, die einen unaufhaltsamen Siegeszug erleben. Wurden diese Fahrräder mit Motor in den Anfängen gering geschätzt, erfreuen sie sich einer immer größeren Beliebtheit. Laut der Aussage eines mir bekannten Radhaus-Besitzer machen die E-Bike-Käufe bereits rund 70 Prozent des Umsatzes aus. Auch bei meinen Begegnungen mit RadfahrerInnen, egal ob beim Lauftraining oder bei Erledigungen in der Stadt, lässt sich der hohe Anteil an E-Bikes unschwer erkennen.

Ich kann sehr gut verstehen, dass viele ambitionierte Radfahrer, die mit ihren Karbon-Rennrädern Tausende von Kilometern mit besttrainierter Muskulatur absolvieren, einer derartigen Form des Radfahrens rein gar nichts abgewinnen können. Kaum anders denken werden auch die vielen, deren Fitness es problemlos erlaubt, stundenlang anspruchsvolle Touren ohne Probleme zu bewältigen. In meiner Tiroler Heimat habe ich des öfteren schon Biker bewundert, wie sie radelnd jeden Berg hochfahren und dies bestimmt nicht mit der niedrigsten Übersetzung. Aber wie wenige sind dies im Verhältnis zu denen, deren körperlicher Zustand dies nicht zulässt und in keiner Weise vergleichbar ist? Zum Beispiel ältere Menschen.Gerade für diese Menschen finde ich diese Möglichkeit des Radfahrens eine nahezu optimale Lösung. Einerseits um ihre körperliche Fitness zu verbessern und andererseits um die Natur in wesentlich größerem Ausmaß erkunden zu können. Dazu kommt der Aspekt des stärkenden Selbstwertgefühls, das durch die neue, weit größere aktive Mobilität hinzukommt.

Jeder Mensch sollte sich das Fahrrad kaufen, das seinen Wünschen und Vorstellungen entspricht. Da sollte eine möglicherweise spitze Bemerkung von nebenan einfach überhört werden. Selbst ich fahre als Ausgleich zu meinem Lauftraining mit einem E-Bike.

Gerhard Hartmann war 58-facher österreichischer Staatsmeister im Laufen. Er gewann die Wien-Marathons von 1985, 1986 und 1987. Mit 2:12:22 Stunden ist er bis heute der schnellste Österreicher, der jemals in Wien gelaufen ist.