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Chronik Oberösterreich
12/13/2020

Alternativen zu den Bergen aus Geschenkpapier

Nachhaltigkeit: Stoffe, Sackerln oder Boxen, Zeichnungen oder Notenblätter – schenken geht auch ohne Papierberg

von Claudia Stelzel-Pröll

Alles ist ausgepackt und neben den Geschenken türmt sich am Heiligabend ein riesiger Berg aus Papier. Ein Bild, das sich alle Jahre wieder in vielen Wohnzimmern wiederholt. Die Abfallbetriebe klagen über 20 bis 30 Prozent mehr Müll nach den Feiertagen. Auch wenn es schön anzusehen war, ist alles zerfetzt und zerrissen, macht Geschenkpapier niemandem mehr Freude, sondern ist einfach nur unverhältnismäßig viel Mist.

Dabei ginge es anders so einfach: Wer mag, holt sich hier ein paar Tipps, wie man Weihnachtsgeschenke hübsch verpacken und damit sogar noch nachhaltig handeln kann. Die meisten Dinge kosten nichts oder wenn sie etwas kosten, sind sie wiederverwertbar. Unsere Kreativität und manchmal etwas Zeit sind schon eher gefragt.

Mit Stoff statt Papier kreativ werden

Schaut  simpel aus, ist es auch: Ein quadratisches Stück Stoff oder ein Tuch mit einer Spitze nach unten hinlegen, das Geschenk daraufsetzen. Die Ober- und Unterkanten einschlagen und die beiden Zipfel rechts und links an  der Oberseite zwei Mal verknoten, eventuell noch dekorieren, fertig!

Furoshiki nennt sich dieser Verpackungstrend aus Japan, und nachhaltiger geht es kaum. Einfach selber ausprobieren oder eine der zahlreichen Videoanleitungen im Internet anschauen.

Wer bei Sabine Kastners Stoffgeschäft „kaysoo“ in der Linzer Herrenstraße vorbeischaut, hat mehrere Möglichkeiten, fündig zu werden: „Wir haben einen Stoffreste-Korb, in den alles reinkommt, was leer wird. Da sind schöne Schnäppchen dabei“, sagt Sabine Kastner.

Vor sechs Jahren hat sie sich selbstständig gemacht, die Nachfrage wird immer größer. Bio- und Luxusstoffe verkauft Kastner in ihrem schönen Geschäft, „mir ist vor allem gute Beratung wichtig. Und ich schneide die Stoffe wirklich auf den Zentimeter genau runter. Es gibt keine Mindestmenge, die man kaufen muss. Somit bleibt  nichts übrig.“ Derzeit gibt es etliche Stoffe mit weihnachtlichen Motiven, die sich perfekt zum Einpacken eignen.

Boxen, Sackerl oder Gefäße

Wer Papier und Karton gerne mag, könnte doch zumindest zu solchen Verpackungen greifen, die nicht im Papierkorb landen. 
„Wir beobachten bei uns im Geschäft, dass die Leute immer öfter Geschenksackerl kaufen, mit dem Argument, dass man sie mehrmals verwenden kann“, sagt Georg Schwarz, Inhaber des Fachgeschäfts „Papiertiger“ am Linzer Pfarrplatz. „Und wenn jemand schon unbedingt Geschenkpapier will: Bei uns gibt es offenes in Bögen, das ist zumindest nicht in Plastik eingeschweißt.“

Kisten und Boxen aus Karton gibt es in allen Größen und Ausführungen. Wer sein Geschenk so verpackt bekommt, kann die Box später entweder weiterschenken oder zum Verstauen von Gegenständen nutzen. Weggeschmissen wird dann nichts. Je neutraler das Design der Boxen und Sackerl ist, desto vielseitiger sind sie bei der Wiederverwendung einzusetzen. Und wer mag, dekoriert einfach saisonal mit Anhängern, getrockneten Blumen oder weihnachtlichen Zimtstangen.

Und ein letzter Tipp: Schöne, saubere Gläser eignen sind ebenfalls perfekt, um kleinere Präsente weiterzugeben. Vor allem Selbstgemachtes wie Gewürzmischungen, Tees oder Marmeladen und Chutneys sehen in dekorierten, bemalten Gläsern besonders schön aus. Der Deckel kann einfach mit Stoff umwickelt oder beklebt werden.

Selbst bedrucken oder Material umfunktionieren

Die extrem Umweltbewussten nehmen Zeitungspapier zum Einpacken. Ist natürlich eine Möglichkeit, gefällt aber nicht jedem. Wobei: Wer das Zeitungspapier noch selbst pimpt, zum Beispiel mit Stickern, Anhängern oder Stempeln, kann daraus durchaus hübsche Verpackungen machen. 

Prinzipiell bieten sich viele Materialien als Alternative zum klassischen Geschenkpapier an: Notenblätter, Kinderzeichnungen, selbst bedrucktes oder bemaltes Pack- oder Butterbrotpapier. 

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