© Ars electronica Festival /Indiara Di Benedetto

Kultur
08/30/2020

Alles anders im oberösterreichischen Kulturherbst

Brucknerfest, Klangwolke und Ars Electronica Festival eröffnen den Kulturherbst, in dem es viele Neuerungen gibt

von Claudia Stelzel-Pröll

Das große Klangwolken-Happening mit mehr als 100.000 Besucherinnen und Besuchern im Donaupark. Die legendären Partynächte während des Ars Electronica Festivals. Das alles und noch viel mehr muss heuer leider flachfallen, wenn der Kulturherbst mit den drei oberösterreichischen Großevents eingeläutet wird.

Das heißt jetzt aber nicht, dass schlechte Stimmung aufkommen und Kulturfreunde Trübsal blasen müssen. Das, was es nämlich gibt, ist spannend, gut durchgeplant, neu und auf jeden Fall einen oder besser mehrere Besuche wert.

Tickets sichern

Wichtig ist in allen Fällen, sich vorab um Tickets zu kümmern – außer bei der Klangwolke, die spannt sich am 12. 9. einfach über Linz. Denn nur wenn die Veranstalter einschätzen können, wie viele Menschen zu erwarten sind, können die Sicherheitskonzepte gegen eine Verbreitung des Coronavirus auch wirkungsvoll greifen.

Dirie beim Brucknerfest: "Jeder Mensch trägt Verantwortung"

Alle Jahre wieder wird mit Spannung erwartet, wer denn die Eröffnungsrede zum Internationale Brucknerfest halten wird. Heuer konnte das Team rund um Direktor Dietmar Kerschbaum die Menschenrechtsaktivistin Waris Dirie für den Festakt am 13. 9. gewinnen.
Dem KURIER hat sie vorab verraten, wie sie ihre Rede inhaltlich positionieren wird: „Mir geht es darum, dass jeder von uns seine Verantwortung für das Wohl seiner Mitmenschen und für Mutter Erde trägt und nicht nur an sich selbst denkt. Eine Gesellschaft, die von Gier, Geiz, Intoleranz, Ignoranz und Respektlosigkeit geprägt ist, wird im Chaos enden.
Ich halte seit fast 25 Jahren Reden auf der ganzen Welt, um meine Mission – den Kampf gegen das grausame Verbrechen der weiblichen Genitalverstümmelung an kleinen Mädchen – erfolgreich zu beenden und um für die Projekte meiner Desert Flower Foundation Spenden zu sammeln. Jede Rede ist mir  wichtig, ich freue mich schon auf Linz.“
Abgesehen vom Festakt hält das Brucknerfest in den kommenden Wochen jede Menge spannende Veranstaltungen bereit, unter anderem Auftritte der Weltklasseklarinettistin Sharon Kam, des Celloshootingstar Julia Hagen  oder der Ausnahmepianisten Kit Armstrong und Aaron Pilsan. Mit dem Tenebrae Choir und The Sixteen sind zwei der besten Vokalensembles der Welt erstmals in Linz zu erleben.
www.brucknerhaus.at

Viel Open-Air und viel Online beim Ars Electronica Festival

Wer schon ein Mal beim Ars Electronica Festival war, weiß, was diese Großveranstaltung unter anderem ausmacht: Es ist der rege Austausch zwischen Beteiligten und Besucherinnen und Besuchern.  Das wird dieses Jahr nur bedingt möglich sein. Dafür erobert das weltweit viel beachtete Festival erstmals einen neuen Standort für sich. Unter dem Motto „In Kepler’s Gardens“ finden von 9. bis 13. September Konzerte, Ausstellungen, Führungen und vieles mehr auf dem Campus der Johannes Kepler Universität statt – vieles davon outdoor.

Im oö. Kulturquartier in der Linzer Innenstadt gibt es auch dieses Jahr die Siegerprojekte aus dem Prix Ars Electronica zu sehen, auch die Kunstuni und das Lentos beteiligen sich mit Programm. Und dann wird natürlich die virtuelle Welt geentert: 120 „Kepler’s Gardens“ rund um den Globus werden online präsentiert. Ein wichtiger Hinweis: Tickets müssen  vorher gebucht werden.
ars.electronica.at

Wenn sich die Klangwolke über die ganze Stadt breitet

Es ist komplex und vielschichtig, was da rund um die heurige Klangwolke passiert. Nachdem ein großes Konzert mit Feuerwerk im Donaupark Corona-bedingt nicht möglich ist, kommt der Sound der Stadt heuer zu den Linzerinnen und Linzern. Dafür wurde und wird bereits jede  Menge Vorarbeit geleistet. Seit Mitte Juli sammelt das künstlerische Leitungsteam auf www.soundinglinz.at  Audio- und Videoaufnahmen aus der Stadt, jeder kann mitmachen und seine Tonbeispiele zur Verfügung stellen.
Am 12. September heißt es dann bereits ab dem frühen Morgen: Ohren spitzen, hören gehen!  Da bespielen etwa die  Klangwolkenhörner  Teile des Stadtgebietes und verweisen  auf die Schiffs- und Nebelhörner der Donauschiffe. Auch die Klingelwellen fließen durch die Stadt: ein vielstimmiger Akkord aus zahlreichen Fahrradklingeln – und alle sind eingeladen mitzufahren.

Bilder & Töne

Ab 20 Uhr gibt es zur gewohnten Klangwolken-Zeit eine durchgestaltete Inszenierung des Linzer Stadtklangs, die per Livestream übertragen und zusätzlich zu den   Klängen  eindrucksvolle Bilder bieten wird.  Außerdem werden  die hohen Gebäude, Türme und Anhöhen von Linz zur Konzertbühne, von der aus  hundert BlechbläserInnen ein Klangnetz über die Stadt spannen werden.
Das Stadion auf der Gugl strahlt von oben über die Stadt. Von dort schallen der Sound von tausend Bällen, eine „klingende Torwand“ und Fangesänge (über die Tonanlage) aus dem glühenden Stadion.

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