Chronik | Oberösterreich
06.05.2018

Alleine das Tun zählt

Bereit, fähig oder wirklich willens. Die Friedhöfe sind voll von Menschen mit unerfüllten Träumen

„Nehmen Sie sich die Zeit zum Überlegen, aber, wenn die Zeit zum Handeln gekommen ist, denken Sie nicht weiter nach und tun sie es einfach.“

Napoleon Bonaparte (1769-1821)

Etwas zu tun ist noch immer besser als nichts zu tun. Haben Sie etwas falsch gemacht, können Sie es korrigieren. Haben Sie nichts gemacht, gibt es nichts zu korrigieren. Das Leben besteht aus Tun und nicht aus Nichtstun.

Es gibt Unterschiede zwischen bereit, fähig und willens. In der Regel sind alle bereit und viele sind fähig. Sie können aber immer noch mehr tun. Das Beste daran ist: Wenn Sie auch nur ein bisschen mehr tun, kann sehr viel mehr dabei herauskommen. Ist aber jeder willens mehr zu tun? Nein. Die Welt besteht aus jenen, die willens sind etwas zu tun, und denen, die dazu nicht willens sind. Hören Sie auf etwas zu versuchen. Es gibt kein Versuchen. Es gibt nur tun oder nicht tun.

Wer verspricht etwas zu versuchen, verspricht, dass er scheitert. Das Problem ist nicht, dass Sie nichts wissen. Das Problem ist, dass Sie nicht tun, was Sie bereits wissen. Es ist schon ein großer Schritt getan, das zu tun, was Sie aktiv wissen. Das passive Wissen wird dann zum aktiven Wissen, wenn wir aus der passiven Wissenslade her aus Aha-Erlebnisse haben und dadurch passives Wissen zu aktivem Wissen wird.

Nur Zuschauer

Wir sind keine Nation von Menschen, die etwas tun. Wir sind eine Nation von Zuschauern. Zuschauen erfordert keine Energien, das Tun hingegen schon. Sowohl geistige als auch körperliche.

Aber verschwenden Sie keine Energien damit, etwas Sinnloses zu tun. Geben Sie Ihrem Tun einen Sinn.Hören Sie auf, etwas zu tun, was Ihnen keine Freude macht. Wenn Sie an dem, was Sie tun, Freude haben, werden Sie einen Weg finden, darin sehr gut zu sein.

An welchem Ort auf diesem Planeten sind die meisten Lebensträume? In der Schule, im Büro, im Bett? Auf dem Friedhof. Hier sind viele Träume begraben. Träume, die Menschen hatten, Menschen, die sich nicht getraut haben, sich diese Träume zu erfüllen. Wobei ich hier statt Träume Visionen sage. Denn Träume geschehen im Unterbewusstsein, das heißt im Schlaf. Visionen sind hingegen Realität. Wenn jemand sagt, dieses oder jenes sollte man tun, dann wissen Sie, dass er es garantiert nicht tun wird. Die Krönung ist der Satz, „da sollte man eigentlich etwas tun“. Tun heißt nicht „man“, sondern Tun heißt „ich“, sonst niemand.

Denken alleine ist zu wenig, sagen alleine ist zu wenig, glauben alleine ist zu wenig. Tun ist das Einzige.

Leiden ist einfacher

Fragen Sie sich täglich: Was wird heute in meinem Tun den entscheidenden Unterschied ausmachen? Übernehmen Sie daher Verantwortung für Ihr Tun. Das führt zum Ausweg aus dem psychologischen Dreiklang Täter-Opfer-Kläger.

Leiden ist leichter als Handeln. Was Sie tun, wie Sie es tunund wann Sie es tun bestimmen nur Sie. Ja aber! Nein! Ja und! Ich bin doch fremdbestimmt. Im Leben Nein! Und auch im Beruf Nein? Ja? Wenn wir im Selbstmanagement über die Idee der Regieführung für das eigene Leben reden, gehen wir nicht von der Vorstellung der völligen Autonomie aus. Selbstführung bedeutet nicht hundertprozentige Selbstverwirklichung und hunderprozentige Selbstbestimmung.

Erst, wenn Sie sich als Gestalter Ihrer Rahmenbedingungen definieren, werden Sie erleben, wie sich etwas ändert.

Alois Zangerle ist Unternehmensberater und akademischer Exportkaufmann. www.alois-zangerle.at office@alois-zangerle.at