800.000 Euro werden ausgespielt

Eine Tennisspielerin schlägt einen Ball während eines Matches.
Beim aufgewerteten Upper Austrian Ladies in Linz werden 800.000 Euro ausgespielt.Neben Wimbledon-Siegerin Makéta Vondroušová kommt auch die 22-jährige Vorjahressiegerin Anstasia Potapova. Von Gerhard Marschall.

 Das oberösterreichische Sportjahr beginnt traditionell spektakulär. Den Anfang machte die Jänner-Rallye im Mühlviertel, die heuer ein unfreiwilliges Highlight zu bieten hatte: Ein Fahrer kam von der Strecke und versenkte seinen Boliden in einem Löschteich. Jetzt steht Tennis auf der Agenda, hier wird es weniger rustikal zugehen. Das Upper Austrian Ladies im Linzer Design Center, mittlerweile ein Fixpunkt im internationalen Damentennis, verspricht diesmal besonders hohes Niveau.

Signalwirkung

Die Weltorganisation hat das Turnier zu einem von nur 17 WTA-500-Events aufgewertet. „Somit zählt Linz zu den Weltstädten im Tennis“, sagt Turnierdirektorin Sandra Reichel. Sie sieht eine jahrzehntelange Aufbauarbeit honoriert, „darauf bin ich schon mächtig stolz“. Diese Wertschätzung strahle weit über das Bundesland hinaus ab und habe Signalwirkung für den gesamten Frauensport in Österreich.

 Höheres Ranking bedeutet mehr Preisgeld, lockt bessere Spielerinnen an. Insgesamt werden etwas mehr als 800.000 Euro ausgespielt. Im Einzel gibt es für den Sieg gut 123.480 Euro, im Doppel rund 41.000. Im Single sind 28 Spielerinnen gesetzt, die restlichen vier Plätze werden in der Qualifikation vergeben. Im Doppel sind 16 Paare am Start.

Weltranglistensiebente

Angeführt wird das hochklassige Feld von der 24-jährigen Tschechin Markéta Vondroušová, Siebente der Weltrangliste. Als erste ungesetzte Spielerin hat sie im Vorjahr Wimbledon gewonnen. Ob sie als Nummer eins in das Turnier gehen wird, ist noch offen. Nach den Australian Open könnte noch die eine oder andere Spielerin aus dem Top-20-Bereich dazustoßen.

Elina Svitolina

Fix ist, dass es ein Wiedersehen mit der Ukrainerin Elina Svitolina (29) geben wird, die bereits 2013 hier war. Fünfeinhalb Monate nach der Geburt ihrer Tochter Skaï kehrte sie im vergangenen April auf die Tour zurück, spielte eine großartige Saison und wurde zur „Comeback-Spielerin 2023“ gekürt. Die ehemalige Nummer drei liegt momentan auf Platz 23 der Weltrangliste. Ebenfalls zu sehen sein werden die Vorjahressiegerin Anastasija Potapowa (22) und die Linz-Gewinnerin 2018 Camila Giorgi (32) aus Italien.

Mehr als Tennis

Aufgeschlagen wird am letzten Jänner-Sonntag um 10 Uhr, danach wird eine Woche täglich von Mittag bis in den Abend um Spiel, Satz und Sieg gerungen, ehe am Sonntag darauf die beiden Finals – um 14 Uhr im Einzel, anschließend im Doppel – ausgetragen werden.

„Wir sind aber mehr als nur ein Tennisturnier“, verweist Sandra Reichel auf ein üppiges Programm abseits des Courts. So findet am 31. Jänner zum zweiten Mal die FE&MALE Sports Conference statt. Unter dem Motto „Better together“ soll für die Gleichstellung von Mann und Frau im Sport geworben werden. Österreich gegen Deutschland heißt es im Rollstuhl-Nations Cup.

 Die Aktion „1.000 Schläger für 1.000 Mädchen“ soll wieder Kindern Freude am Tennis und an Bewegung vermitteln. „Wir wollen zum Ausdruck bringen, dass wir uns auch unserer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst sind“, betont die Turnierdirektorin.

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