Illegale Konditorei in OÖ: Mit diesen Torten nahm Frau 72.000 Euro schwarz ein

Illegale Konditorei in OÖ: Mit diesen Torten nahm Frau 72.000 Euro schwarz ein
Wie eine 31-Jährige auf Instagram auftrat und Süßes verkaufte, während sie Arbeitslosengeld und Notstandshilfe kassierte.

Auf ihrer Instagramseite bezeichnet sie sich als Künstlerin. Aus Sicht der Finanz ist eine 31-jährige Türkin aus Oberösterreich aber vor allem eines: eine Betrügerin. 

Die Frau hat mindestens 806 Torten verkauft und damit etwa 72.000 Euro schwarz eingenommen. Zudem kassierte sie seit Anfang 2022 dauerhaft Arbeitslosengeld und Notstandshilfe. Ob die illegale Zuckerbäckerin diesen Beruf auch erlernt hat, ist unklar.

Laut Arbeitsmarktservice (AMS) Oberösterreich bezog sie so etwa 16.882 Euro unrechtmäßig, gab das Finanzministerium in einer Presseaussendung am Sonntag bekannt.

Hinweis an Finanz

Auf die illegalen Machenschaften der Konditorin war das Finanzministerium durch einen Hinweis gekommen. Zusätzlich hatte die Finanzpolizei ein Inserat entdeckt, bei dem auf den Social-Media-Account der Frau hingewiesen wurde. Dort hatte sie 806 Bilder gepostet, um ihre Torten zu bewerben. 

Über die Plattform bot sie auch die Möglichkeit an, Bestellungen via Direktnachricht aufzugeben. Pro Torte kassierte die illegale Konditorin 90 Euro.

Elsa, Fußball und rosa Einhörner auf der Torte

Die Seite der Frau ist nach wie vor für jeden öffentlich einsehbar. Darauf zu sehen: kunstvoll verzierte Torten. Einmal mit Eisbären, ein anderes Mal in rosarot und mit Einhorn, Elsa, die Eiskönigin, oder ein Fußball. Hochzeitstorten. Geburtstagstorten. Torten, die Motive von Fußballvereinen zeigen.

Auf den illegalen Leckereien sind auch die Namen vieler Auftragsgeber der Frau eindeutig erkennbar. Ob ihnen Konsequenzen drohen, ist unklar.

Anzeige wegen Betrugs

Auf die 31-Jährige warten Rückforderungen der zu Unrecht beantragten AMS-Unterstützungen.  Wie hoch diese ausfallen. "Das ermitteln wir gerade", sagt Marlene Postl, Sprecherin des Finanzministeriums im KURIER-Gespräch.

Außerdem erstattete die Finanzpolizei eine Anzeige wegen Betrugs bei der Staatsanwaltschaft sowie beim Finanzamt wegen Abgabenhinterziehung. "Solche Fälle sind keine Kavaliersdelikte und Schaden den Prinzipien der fairen Wirtschaft und der solidarischen Gesellschaft", sagte Finanzminister Magnus Brunner (ÖVP).

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