Chronik | Niederösterreich
06.04.2018

„Wir sind Spielball der Politik“

Hollabrunner Marketing Geschäftsführerin Julia Katschnig im Gespräch über den Regionenshop und die Kritik an ihrer Arbeit

KURIER: Der Regionenshop in Hollabrunn steht immer wieder im Zentrum der Kritik. Sie als Geschäftsführerin der Hollabrunner Marketing GmbH (HoMaG) sind oft auch das Ziel der Opposition. Zuletzt kritisierte FP-Stadtparteiobmann Michael Sommer den Shop und die Produkte sowie die Kosten des Geschäfts. Was entgegnen Sie auf diese Kritik?

Julia Katschnig: Er ist herzlich eingeladen, in den Shop zu kommen und sich zu überzeugen, dass es nicht so ist. Ich glaube, da geht es immer darum, wie man Region definiert. Natürlich, wenn ich nur die Stadtgemeinde Hollabrunn hernehme, dann ist das Sortiment begrenzt. Aber wir wollen ja einen Querschnitt der Produkte aus der Region Weinviertel anbieten. Und da gehören nun einmal auch Winzer aus Röschitz oder Retz dazu. Der Kunde sieht keine Bezirksgrenzen. Der Regionenshop soll unter anderem eine Vinothek sein.

Sommer kritisiert vor allem die finanziellen Ressourcen, die der Shop verschlingt. Über 30.000 Euro Ausgaben, aber nur sehr wenige Einnahmen. Er fordert, dass die Regionen, die vertreten sind, ebenfalls Geld an den Shop bezahlen. Was sagen Sie zu diesem Vorschlag?

Davon halte ich gar nichts, denn die Gemeinden sorgen mit Topprodukten aus ihrem Gebiet dafür, dass ein stimmiges Bild einer Vinothek mitten im Weinviertel entsteht. Die Währung ist in diesem Fall Qualität und alle Produkte, die im Regionenshop verkauft werden, generieren Wertschöpfung in den Regionen – das wird gerne vergessen, den Ausgaben gegenüber zu stellen.

Die Gemeinde schießt aber eben viel Geld zu. Der Regionenshop könnte sich durch die Einnahmen alleine nicht erhalten. Verstehen Sie, dass da der Unmut groß ist?

Ja, noch nicht, aber denken Sie, es wäre besser, eine reine Touristeninformation zu haben? Das würde nichts bringen. Der Shop ist ein Konzept, welches sich Schritt für Schritt etabliert. Es dauert, bis so etwas wirtschaftlich läuft.

Denken Sie, dass sich der Shop bereits etabliert hat?

Es ist sicher noch Luft nach oben, aber die Leute kommen und interessieren sich dafür. Der Regionen shop wird von Einzelnen leider dazu verwendet, sich politisch zu inszenieren, und als politischer Spielball verwendet. Das erschwert die Arbeit.

Was meinen Sie mit dem politischen Spielball?

Ganz einfach erklärt; Ich bin mir sicher, dass einige Menschen gerne kommen würden, wenn sie den Regionenshop von ihren Parteien nicht immer als „Feind“ verkauft bekommen würden. Ein Besuch darf nicht zum politischen Statement werden.