© Philipp Kienzl

Chronik Niederösterreich
03/28/2013

Airport will Flugplatz Bad Vöslau verkaufen

Mangels strategischer Bedeutung sucht man neuen Eigentümer. Der Rechnungshof kritisiert die Finanzen.

von Philipp Kienzl

Mit einem Knalleffekt ließ die Flughafen Wien AG am Donnerstag aufhorchen. „Mangels strategischer Bedeutung“ steht der zum Konzern gehörende Flugplatz in Bad Vöslau (Bezirk Baden) zum Verkauf. Laut Firmensprecher Peter Kleemann würde man bereits mit potenziellen Interessenten verhandeln. Dass dies mit dem druckfrischen Bericht des Rechnungshofes zu tun habe, stellt man am Schwechater Airport jedoch in Abrede.

Die Prüfer kritisieren darin die hohen Personalkosten von Geschäftsführer Peter Niedl. Der ehemalige Bereichsleiter für Technische Dienste am Flughafen Wien wurde 2012 nach Bad Vöslau versetzt. „Unter weitgehender Beibehaltung des ihm zuvor gewährten Gehaltsniveaus“, führt der Rechnungshof an. Die Personalkosten seien daraufhin um 50 Prozent auf rund 210.000 Euro explodiert. Das entspricht 24 Prozent des Gesamtumsatzes des kleinen Flugplatzes. „Diese Kosten sind aus Konzernsicht zu bewerten“, sagt Kleemann. Durch die interne Nachbesetzung sparte die AG sogar Geld. Denn Niedl ist unkündbar. Dass die Stelle nicht öffentlich ausgeschrieben wurde, wie es das Gesetz verlangt, will man am Airport nicht näher kommentieren.

Weiters empfiehlt der Rechnungshof die Verlagerung von Kleinflugzeugen von Schwechat nach Bad Vöslau. Das würde einerseits Kapazitäten für größere Jets in Schwechat sowie Start- und Landegebühren für Vöslau bedeuten. „Eine Verlagerung hätte aufgrund des niedrigeren Tarifniveaus geringere Erträge für den Konzern zur Folge“, sagt Kleemann. Auch da dürfe man Vöslau nicht isoliert sehen.

Verlustgeschäft

„Hier wird mit Kanonen auf Mücken geschossen“, heißt es in der Presseaussendung des Flughafens. Lediglich 0,13 Prozent trägt der Flugplatz Bad Vöslau zum Konzernergebnis bei. Zwar konnten die Verluste in den letzten Jahren halbiert werden, seit 2008 gelang am Standort Bad Vöslau aber keine positive Jahresbilanz mehr. Die Empfehlungen des Rechnungshofs werde man umsetzen. So sollen bis zum tatsächlichen Verkauf Strategiekonzepte überarbeitet sowie die Zuschüsse (dzt. 315.000 Euro) angepasst werden. Auch bei der Realisierung des geplanten Instrumentenanflugs bleibe man dran.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.