Wien-Schwechat: Laser-Attacken auf Flugzeuge im Landeanflug

© Bild: Kurier/Franz Gruber

Eine Maschine der Austrian Airlines und ein Eurowings-Flugzeug wurden mit grünen Laserstrahlen geblendet.

Zu Laser-Attacken auf zwei Flugzeuge im Landeanflug auf den Flughafen Wien-Schwechat ist es am Sonntagabend im Raum Gerasdorf bei Wien (Bezirk Korneuburg) gekommen. Wie die Polizei Montagfrüh mitteilte, wurden um 20.56 Uhr eine Maschine der Austrian Airlines und um 20.58 Uhr ein Eurowings-Flugzeug mit grünen Laserstrahlen geblendet. Beide Maschinen konnten plangemäß landen, Ermittlungen laufen.

Co-Piloten meldeten Störung

Die Co-Piloten der jeweiligen Flüge meldeten die Störung an den Airport-Tower, anschließend wurde das Gebiet nahe der nördlichen Wiener Stadtgrenze von der Polizei nach Hinweisen abgesucht, wobei auch ein Polizeihubschrauber zum Einsatz kam. Täter und genauer Ort der Störungsversuche blieben jedoch vorerst unbekannt. Nach Abschluss der polizeilichen Ermittlungen wird der Fall unter dem Titel "Vorsätzliche Gefährdung der Sicherheit der Luftfahrt" an die Staatsanwaltschaft Korneuburg weiter geleitet, so die Polizei.

Solche Blendungen sind kein Kavaliersdelikt, wie auch Austro-Control-Sprecher Markus Pohanka erklärt: „Das ist alles andere als eine Bagatelle. Wegen Gefährdung der Flugsicherheit gibt es für solche Taten Strafen bis zu einer Höhe von zehn Jahren Freiheitsentzug.“ 20 bis 30 Mal pro Jahr werden solche Blendungen von Piloten gemeldet. Die Ausforschung der Täter gestaltet sich  schwierig, da die Dauer der Taten meistens sehr kurz ist, wie auch ein Sprecher der Landespolizeidirektion Niederösterreich bestätigt.

Kaum Verurteilungen

Anzeigen gibt es vereinzelt dennoch. 2017 wurde ein 16-Jähriger in Wien zu Sozialstunden verurteilt. Ein 24-Jähriger aus dem deutschen Freilassing wurde ebenfalls ausgeforscht, nachdem er Flugzeuge im Anflug auf den Salzburger Flughafen blendete. Die Motive für solche Attacken sind vielfältig, wie Stefan Koller, Sicherheitssprecher der Vereinigung Österreichischer Piloten, erklärt: "Bei Jugendlichen ist es oft einfach Leichtsinn und sie glauben, dass sie damit einen harmlosen Streich spielen." Oftmals sind es aber auch Gegner von Flugzeugen oder generell Flugverkehr, wie Koller meint.

Koller: "Politik ist in der Pflicht"

Die Laser, die bei solchen Attacken verwendet werden, sind meist sehr stark und leicht im Internet zu bekommen. "Wir reden da von Geräten, die man oftmals schon in der Forschung oder in der Industrie verwendet. Sicher aber nicht im alltäglichen Hausgebrauch", erklärt Koller. Darum appelliert er auch an den Gesetzgeber: "Die Politik ist in der Pflicht da etwas zu tun. Wenn man solche starken Laser verbieten würde, dann würden die Vorfälle auch zurückgehen.“

Denn der Sicherheitssprecher meint, dass dadurch auch das Ausforschen der Täter leichter werden würde: "Aktuell ist es so, dass die Polizei dem Täter nachweisen muss, dass er den Laser auch für die Blendung verwendet hat. Wenn diese Geräte aber an sich schon verboten wären, dann könnte die Polizei auch besser ermitteln und es würde öfter zu Strafen kommen."

Welche Risiken es gibt?

Das Risiko solcher Blendungen wird von vielen Tätern unterschätzt, sind sich die Experten einig. "Es gibt einen Fall aus England, wo ein Pilot sogar eine permanente Schädigung des Auges wegen so einer Attacke davontrug", erklärt Koller. Hinzu kommt natürlich der Sicherheitsaspekt für die Crew und Passagiere.

Gerade in der Nacht erfordert der Landeanflug hohe Konzentration. Die Lichter im Cockpit werden gedimmt, um eine optimale Sicht nach draußen zu gewährleisten. "Und wenn dann so ein Laser auf das Cockpit gerichtet ist und das Licht im Fensterglas bricht, dann ist das eine extreme Belastung für die Augen", weiß Austro-Control-Sprecher Pohanka über die Gefahren der Blendungen.

 

( Agenturen , best , kk ) Erstellt am 23.04.2018