Nemecek und Schmuckenschlager präsentierten Wahlprogramm

© NÖ Bauernbund/Erich Marschik

Landwirtschaftskammer
02/11/2020

Wahltag für die Landwirte: Viele Themen, ein Favorit

Der ÖVP-Bauernbund will die stärkste Kraft bleiben. Die Freiheitlichen positionieren sich als Alkternative, die SPÖ will wieder in die Kammer.

von Johannes Weichhart

Klimawandel, der Ruf nach fairen Preisen, Tierschutz, Herkunftskennzeichnung und die Frage nach dem Glyphosat-Verbot – an Diskussionsstoff mangelt es der am 1. März anstehenden Landwirtschaftskammerwahl in Niederösterreich mit Sicherheit nicht.

So vielfältig die Themen sind, so klar sind auch die Rollen verteilt. Als haushoher Favorit geht der Bauernbund (ÖVP) mit Spitzenkandidat Johannes Schmuckenschlager ins Rennen.

Die schwarze Interessensvertretung holte bei der Wahl 2015 mit 83,72 Prozent der Stimmen 30 Sitze in der Vollversammlung. Laut Bauernbund-Direktor Paul Nemecek sind 157.458 Personen wahlberechtigt, auf Landesebene kandidieren 72 Bewerber, zudem werden in den 21 Bezirksbauernkammern 743 Mandate neu zugeteilt.

"Einzige echte Alternative"

Die Freiheitlichen Bauern, die nach ihrem Scheitern 2010 den Wiedereinzug schafften, haben derzeit sechs Sitze inne. „Die Frustration bei den Landwirten ist groß. Es gibt ein ständiges Bauernsterben, immer weniger Betriebe und einen ständigen Einkommensrückgang. Wir wollen deshalb als starke Stimme für die Landwirte auftreten und sind auch die einzige echte Alternative zum schwarzen Bauernbund“, sagt der blaue Spitzenkandidat Peter Schmiedlechner.

Bedrohte Wälder

Die SPÖ Bäuerinnen und Bauern gehen mit dem Weinviertler Ernst Wagendristel ins Rennen. Sie wollen künftig wieder in der Kammer vertreten sein, nachdem sie zuletzt mit 4,81 Prozent an der notwendigen Fünf-Prozent-Hürde gescheitert waren. Wagendristel hat sich besonders dem Thema Wald angenommen, der durch Schadinsekten und langen Trockenperioden die Forstwirtschaft vor große Herausforderungen stellt.

„Es ist unerlässlich, dass Hilfestellungen bei der Aufforstung direkt bei den Betrieben ankommen. Die durch Experten abgestimmte Baumartenwahl für die Zukunft muss deshalb rasch und unbürokratisch erfolgen“, sagt Wagendristel.

Rätsel um grüne Kandidaten

Unklar war bis Montagabend noch immer, wen die Grünen nominieren werden. Sie hatten 2015 den Einzug in die Kammer jedenfalls klar verfehlt.

Der in der Landwirtschaftskammer dominierende Bauernbund will unterdessen „die stärkste Kraft bleiben“, wie es Kammer-Präsident Johannes Schmuckenschlager formulierte. Besonderes Augenmerk legt der Klosterneuburger Nationalratsabgeordnete auf die Themenführerschaft in agrar- und gesellschaftspolitischen Fragen. Schmuckenschlager: „Wir brauchen den intensiven Dialog mit der Gesellschaft, um den notwendigen Rückhalt zur Absicherung der bäuerlichen Familienbetriebe zu erreichen.“

Laut Johannes Schmuckenschlager gibt es in Niederösterreich derzeit rund 38.000 bäuerliche Betriebe. In Geräte, Ställe und Maschinen werden jährlich 600 Millionen Euro investiert.

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