Wachau: Zu wenige Pendler nutzen die Öffis

Nach den heftigen Protesten gegen die großteils stillgelegte Wachauer Bahnlinie versucht die Plattform Wachaubahn 2.0“, dem Land NÖ konstruktive Beiträge zu liefern, um das Angebot des öffentlichen Verkehrs zu verbessern.

Eine in Auftrag gegebene Analyse, die das Verkehrspotenzial der Wachaubahn durchforstet, hat die Plattformbetreiber jetzt zum Umdenken bewogen: „Wir müssen einsehen, dass sich eine Bahnverbindung für etwa 50 regelmäßige Pendler nicht rechnet. Für sie ist die Buslinie derzeit ausreichend“, muss Initiator Marko Spegel-Grünberger zugeben.

Zuwenig Pendler

Eine tägliche Zugsverbindung zahle sich erst dann aus, wenn die Pendler zumindest um das Zehnfache höher wären, erklärt Spegel-Grünberger. Eine Vervielfachung der Öffi-Nutzer aus der Wachau sei unter den jetzigen Bedingungen unrealistisch, weiß auch Gerold Markgraf, als Verkehrsplaner für das Land NÖ tätig. „Das größte Problem ist ein fehlendes Leitsystem in Krems“, kritisiert Markgraf. „Kaum ein Reisender findet sich auf dem Bahnhof zurecht. Es gehören Übersichtspläne oder Monitore aufgestellt, sagt Markgraf. Sobald die Öffi-Angebote kundenfreundlich seien, würden bestimmt auch mehr Bürger mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren. Leider würde auch die Bereitschaft der Organisationen wie VOR, NÖVOG, ÖBB und Stadt Krems fehlen, um beispielsweise beim Ticketverkauf oder bei den Tarifen besser zu kooperieren, betont Spegel-Grünberger.

Während der Sommermonate gibt es einen touristischen Regelverkehr mit dem Zug.

( Kurier ) Erstellt am 19.01.2012